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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 297

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Fischerei [Nachricht]
Date
1932-08-01
Page
Seite 297 (sequence 2)
Language
German
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wenn man sie im Anfang nur in der Nähe der Küste betriebe, könnte, wenn man sie zu entwickeln verstünde, ein wichtiger Produktionszweig werden. Die hauptsächlichsten Fragen sind: richtige Boote und geeignete Kühleinrichtungen. Ohne solche kann sich das Schiff nicht weit vom Strand entfernen und nur über Tag ausbleiben. Die Frage der Aufbewahrung (und Kühlung) ist ebenfalls ungelöst, ebenso ist die Verpackung und Versendungsweise heute sehr ungeeignet, was den Handel nicht fördert. Eine besondere Rolle spielt der Fang von Sardinen, Makrelen und Tunfischen. Die ersteren sind im Mittelmeer am häufigsten, auch sind sie die wichtigsten für die Konservenindustrie. In den Gewässern von Palästina leben zwei Arten, leichte und schwere; sie sind das ganze Jahr zu finden, am besten im Frühjahr und Anfang des Sommers. Mit dem Konservieren befassen sich in Tel-Aviv bereits vier kleine Werkstätten mit zusammen 15 Saisonarbeitern. Natürlich wären Fang und Industrie sehr ausdehnungsfähig. Die anderen zwei Fischsorten werden nur weit von der Küste gefangen und daher läßt sich heute noch nichts über ihr Vorkommen und die mögliche Ausbeute sagen.. '- Es gibt im Mittelmeer keine große Anzahl von Fischen, weshrflb es zweifelhaft ist, ob sich größere Kapitalsanlagen dafür rentieren. Sobald solche auoli für fischreichere Meere, wie das Rote Meer benützt werden würden, könnten neue hunderte Fischerfam'ilien prosperieren können, wenn mit richtigen Methoden gearbeitet werden würde. Die Fischerei braucht langjährige Versuche und Erfahrungen. Aber im Lande gibt es schon erstklassige jüdische Fischer aus Saloniki, die leider noch nicht die genügende Unterstützung gefunden haben. Im Roten Meer haben, schon palästinensische Fischer gearbeitet. Gegenwärtig arbeitet dort eine ägyptische Gesellschaft mit ,gutem Erfolg. Der Mangel einer guten Straße dahin ist sehr hinderlich. Der Weg nach Akaba geht durch die Wüste. Aber das wäre keine so große Schwierigkeit, Motoren und Kühlanlagen überwinden sie. In letzter Zeit sind Boote mit Werkstätten für Fischöl und Fischmehl eingerichtet worden. Solche Schiffe können tausende Kilometer weit fahren. Modernste Schnellkühlverfahren können die Frage der Anpassung an das tropische Klima am Roten Meer lösen. Führt doch Palästina frische Fische aus Südafrika ein. Die seichten Wasser des Golfes von Akaba sind ein idealer Fischgrund. Vom wirtschaftlichen Standpunkt sind für Fischfang im Roten Meere große Aussichten, doch kommt er gegenwärtig noch nicht in Frage. Zunächst müßte eine Gesellschaft mit genügenden Mitteln gegründet werden, die zwei Fahrzeuge besitzen müßte, mit einem Mindestkapital von 5.000 bis 6.000 Pfund. Der durchschnittliche Preis von Fischen in Palästina ist von 62 Mil per Kilo (1923/28) auf 49 Mil (1929/30) gefallen. Die Süßwasser Palästinas sind fischreicher als das Meer. Sie liefern aber, trotzdem die Seen sehr ausgebeutet werden, heute nur etwas mehr, als die Hälfte dessen, was Meer liefert. Die Güte der Süßwasserfische ist mittelmäßig. Da Flüsse und Seen durch den Fang rascher von Fischen entleert werden als das Meer„ müssen sie jedes Jahr aufgefüllt werden durch besondere Brutstätten, die Millionen junger, Fische hineinbringen, wie in anderen Ländern, wo auch Arten durch Einführung neuer und besserer bereichert werden. Durch solche Stationen ist z. B. die berühmte kalifornische Forelle in andere Länder ver-

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