Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- Die Arbeit des Keren Hajessod
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 265 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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jetzt noch Vorwürfe machen: Warum hat man zuerst den Emek befreit und sich nicht um den zu Pflanzungen geeigneten Küstenstreifen gekümmert? Als der Emek gekajuft wurde, hatte die Pflanzungszone noch keinen besonderen Wert, man konnte nicht voraussehen, wie sich die Zitruskultur in Erez Israel entwickeln unjd in welchem Maße der Orangenmarkt wachsen würde. Die Entwicklung der Pflanzungen erfolgte in unvorhergesehener Weise. Der Strom des Privatvermögens floß erst in die Pflanzungszone, nachdem es durch die Entwicklung dejS Weltmarktes klar geworden war, daß die Orangenpflanzung hohe Gewinne abwerfen könne. Im Emek ist es anders, das Privatkapital hätte sich dem „Tal des Todes", wie der Emek vc<n den Arabern genannt wurde, nicht zugewandt, es wäre nicht gekommen, um Pioniararbeit zu leisten, es wäre nicht an diese Stätte der Einsamkeit und Gejfahr gegangen, Wenn aber nicht der Emek befreit worden wäre, wer weiß, ob er sich dann heute in unseren Händen befände. Man vergißt, was die Befreiung des Emek und seine Erweckung zum Leben für das jüdische Volk und für die zionistische Bewegung bedeutet hat. Aber nicht nur historischen Wert für unser Werk besitzt der Emek, wir spüren vielmehr diesen Wert in unserem ganzen Leben und auf allen Gebieten unserer Wirtschaft. Der Emek wurde dem Jiscliuw zu einer vitalen Kraft. Er liefert ihm seine wichtigsten Produkte, seine unentbehrlichsten Lebensmittel: Brot, Milch, Eier und Gemüse. Die meisten Scharon-Siedlungen haben die Rassekühe gekajulft, die deir Emek gezüchtet hat. Früher hat man sein Geld ausgegeben, um Rassevieh in Beirut und Damaskus zu kaufen. Im vergangenen Jahr allein hat Nahalal Kühe von seiner Zucht im Werte von 1,500 Pfund an verschiedene Siedlungen um Tel-Aviv verkauft und für eine annähernd gleiche Summe hat Kfar Jechezkeel Kühe verkauft. Auch Rassegeflügel wird zum größten Teil vom Emek gekauft. Ferner kommt ein großer Teil der Arbeiter, die in den Siedlungen von Scharon und Judäa arbeiten, aus dem Emek, wo sie gearbeitet und sich ausgebildet haben. Auch die Scharon-Ebene ist, wie wir sehen werden, nicht ganz ohne Beteiligung des Nationalvermögens erbaut worden. Die Pflanzungszone hat entscheidenden Wert für die Entwicklung des Landes, aber sie ist dach nicht alles. In der Konzentration auf einen einzigen Zweig der Laric$wartschaft, und sei es der allerwichtigste, würde doch immer eine Gefahr für unsere Wirtschaften liegen. Die Pflanzungszone umfaßt ein begrenztes Gebiet, und wir können unser Aufbauwerk nicht hierauf allein beschränken. Wir müssen große Gebiete unseres Landes auch außerhalb der Küstenebene zum Leben und zur Entwicklung bringen. Hiezu brauchen wir Pionierkraft, eine mutige Jugend, die vor keiner Mühe und Geifahr zurückschreckt. Hiezu ist schwere Arbeit notwendig, bis die Erde ihren Bebaulern Brot hergibt. An diese Orte aber strömt das Privatkapital nicht. Der Mittelstand wird sich mit seinem Kommen nicht beeilen, bevor die Pqriode de'r Vorbereitung und Ausbildung vorbei ist. Zu dieser Ansiedelung wird man noch viele Jahre lang das nationale Vermögen brauchen. Die Leistungen des Keren Hajesso d. In den elf Jahren seines Bestehens, bis zum Ende des Jahres 1931, viewausgabte und investierte der KH in Ejrez Israel 4,528.821 Pfund. Hievon entfielen auf die landwirtschaftliche Absiedlung 1,446.613 Pfund, worin auch 120.000 Pfund für die landwirtschaftliche Versuchsstation in Tel-Aviv, die