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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 254

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Gemeinsame medizinische Arbeit zwischen Juden und Arabern
Date
1932-08-01
Page
Seite 254 (sequence 1)
Language
German
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254 Gemeinsame medizinische Arbeit zwischen Juden und Arabern. Von Dr. Arthur Brünn, Tel-Aviv. Der Jahresbericht des Gesundheitsdepartments der Regierung für das Jahr 1930 bringt interessante Zahlen über den Gesundheitszustand im Lande. Der Gesundheitszustand der jüdischen Bevölkerung ist vergleichsweise nicht schlecht, während der Gesundheitszustand der Araber als sehr schlecht bezeichnet werden muß. Allerdings ist auch bei den Arabern im letzten Jahre eine gewisse Besserung zu verzeichnen. Die Sterblichkeitsziffer der Mohammedaner sank von 3,1 Prozent im Jafhre 1929 aiuf 2,8 Prozent im Jahre 1930. DocAi ist es zweifelhaft, ob diese Besserung die Frucht einer vervollkommneten medizinischen Versorgung der Araber warf, z. B. der Gründung von einigen Säuglingsfürsorgestellen, oder ob nidht überhaupt das Jahr 1980 ein verhältnismäßig günstiges in gesundheitlicher Beziehung war. Das Regierungsbudget für sanitäre Zwecke betrug im Ja!hre 1930 zirka 100.000 Pfund, d. h. ungefähr so viel wie das Budget von „Hadassäh" und der Kupath-Cholim, der Krankenkasse der Arbeiterschaft, zusammen. Aber „Hadassah" und Kupath- Qholim sorgen für eine Gemeinschaft von 175.000 Köpfen, die im allgemeinen nidht unter schlechten Bedingungen lebt, während die Regierung für eine Bevölkerung von einer Million zu sorgen rtiat, von denen ein sehr großer Teil unter den denkbar schlechtesten hygienischen Verhältnissen lebt. Für die Juden war das Jalar 1930 ein Rekordjahr. Die allgemeine Sterblichkeit war 0,9 Prozent, ein sehr niedriger Prozentsatz, der z. B. noch unter dem Prozentsatz in England liegt. Die Ursache dieser niedrigen Sterblichkeitsziffer liegt nur zum Teil in der Struktur des jüdischen Jischuw, in der Anzahl junger kräftiger Menschen, sondern in der Hauptsache in der ausgezeichneten ärztlichen Versorgung des jüdischen Jischuw. Andererseits war die Sterblichkeit dqr Mohammedaner, wie schon oben erwähnt, 2,8 Prozent. Auch die Säuglingssterblichkeit zeigt dasselbe Bild. Der Prozentsatz bei den Juden war 6j,9 Plrozent, ein sehr niedriger Prozentsatz, kleiner z. B. als in Frankreich, wo di,e Säuglingssterblichkeit 7,7 Prozent war; ein Beweis für den hohen Stand der Säuglingsfürsorge im jüdischen Jischuw. Bei den Mohammedanern finden wir ei,ne Säuglingssterblichkeit von 17 Prozent, ein sehr hoher Prozentsatz. Noch schärfer tritt dieser Unterschied hervor, wenn wir die Zahlen einzelner Städte und Bezirke heranziehen: im jüdischen Tel-Aviv war die Säuglingssterblichkeit 5,9 Prozent, im arabischen Jaffa 15,5 Prozent. In den Siedlungen des Emek war die weitaus geringste Säuglingssterblichkeit: 5 Prozent, nach Angaben der Kupath-Cholim sogar nur 3 Prozent, in der benachbarten arabischen Landstadt Beisan 27 Prozent! Aus diesen Zahlen können wir den Schluß ziehen, 'daß die ärztliche Versorgung des jüdischen Jischuws gut ist, trotz aller in den letzten Jahren vorgenommenen Sparmaßnahmen. Andererseits muß die sanitäre Lage der Araber als schlecht bezeichnet werden. Angesichts dieser Tatsachen erhebt sich die Frage: sind wir Juden direkt interessiert an einer Hebung des sanitären Niveaus der arabischen Bevölkerung? Diese Frage muß mit unbedingtem ja beantwortet werden. Medizinische

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