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Palästina · 1932-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1932) · p. Seite 229

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1932)
Article
[Rezension] / a-b.
Date
1932-05-01
Page
Seite 229 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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tum und Zionismus". Der Verfasser verficht die Rechte der christlichen Kirchen und jene der christlichen Araber, auJÜhi die der nichtchristlichen auf Palästina und sa^t, wenn man in das kleine Palästina ein „stammfremdes Volk einpflanzen will, so ist das gleichbedeutend mit Umsturz und Revolutionismus des Landes, mit Zersetzung der Judenheit als eines religiösen Kulturkörpers und mit der Herausforderung der christlichen Kirchen." Das ist eine starke Sprache, aber diese Feststellungen sind trotzdem völlig haltlos. In Palästina hat die zionistische Aufbauarbeit keinen Umsturz verursacht, sondern ein mächtiges, allgemein anerkanntes Aufblühen. Das religiöse Judentum ist nicht zersetzt worden, sondern in Palästina haben sogar die irreligiösen jüdischen Schichten eine Wendung zu einer Haltung zu erfahren, die man nur als eine religiöse! bezeichnen kann. Die christlichen Kirchen sind nicht „herausgefordert" worden, auch wenn der Autor irgendwelche Entschließungen italienischer Katholiken vom Jahre 1924 abdruckt, in denen von „sakrilegischen Anschlägen durch Invasion, Durchdringung und Erniedrigung der heiligen Stätten" infolge zionistischer „Manöver" gesprochen wird. Heilige Stätten und Kirchen stehen unten dem besonderen Schutze des Völkerbundes und kein Jude hat es sich je einfallen lassen, an ihnen zu rühren. Nicht die mindeste Beschwerde in dieser Richtung ist bis heute laut geworden. Wenn der Verfasser seine besondere Anerkennung den thoratreuen Zionisten ausdrückt, so ist das nach der Aufstellung solch haßerfüllter und tendenziöser Thesen nicht geeignet, ihn von dem Vorwurf des Antisemitismus den er ängstlich abzuwehren sucht, frei zu sprechen. Zum Schluß spricht der Autor, der in Palästina selbst gelebt hlat, und die wundervolle Arbeit der Chaluzim kennen gelernt hat, scharf gegen „die sozialen und wirtschaftlichen Zersetzungsbestrebungen der zionistischen Sowjetjünglinge", ohne jedoch in seinem ganzen Buche auch nur angedeutet zu haben, worin diese bestehen. Er wirft den Zionisten, die eine von aller Welt angestaunte und mit vollster Sympathie begleitete Kulturtat vollbringen, eine „glaubens- und kulturfeindliche Einstellung" vor und hofft, daß der „anständige"* Teil der Judenheit alles tun werde, zur „endgültigen Ueberwindung der bestehenden Staats-Religions-Kultur- und Sozialkrise in Palästina". Man fragt sicherstaunt, was das für Krisen sein sollen und nimmt von diesem mit Aufwand großen Fleißes und vieler Studien geschriebenen Buche mit dem bitteren Gefühl Abschied, daß es für Nichtjuden verzweifelt schwer zu sein scheint, den Juden Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Der zionistische Glaube und die zionistische Opferleistung werden aber durch kein Mißvenstehen und keine Herabsetzung erlahmen. — Erfreulicherweise findet sich in dem Zentrumsblatt „Germania" vom 11. Februar eine Besprechung des Buches von katholischer Seite, die die Behauptungen Müllers, der Zionismus sei eine Sowjetangelegenheit, und eine Gefahr für den Katholizismus zurückweist. Ebenso haben die „Rheinisch-Mainische-Volkszeitung" und die „Kölnische-Volkszeitung" Kritiken des Buqhes veröffentlicht, die man vernichtende nennen kann. a—b. Die heutige Lage Pialästinas und die christlichen Interessen. Von Dr. V a 1 - mar Cr am er. Mit einer Karte. Verlag J. P. Bachem, Köln. S 40.—. — Die Broschüre ist vom Deutschen Verein vom heiligen Lande herausgegeben, dem Patriarchen Baiassini gewidmet und vom katholischen Standpunkt aus geschrieben. Zwar ist darin keine so durchgehende Feindseligkeit zu verspüren, wie im*

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