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Palästina · 1932-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1932) · p. Seite 228

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1932)
Article
[Rezension] / a-b.
Date
1932-05-01
Page
Seite 228 (sequence 2)
Language
German
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sein, so bringt ihn doch seine scharfe Ablehnung des ^Zionismus „als Gefahr für den Katholizismus" oft zu sehr wenig objektiv klingenden Bemerkungen. Die Judenverfolgungspolitik der Päpste bezeichnet er z. B. als „Abwehrbestrebungen gegen die Auswüchse des Judentums". Wir können jedoch hier leider auf die sehr ausführlichen und mit sehr viel Material belegten Darlegungen des Autors* zur Judenfrage nicht eingehen und müssen uns auf seine Haltung zum Zionismus beschränken. Es zeigt sich wieder, daß ein Außenstehender unmöglich das wahre Wesen einer komplexen Bewegung erkennen kann. Der Autor stützt siclx mit Vorliebe auf antizionistische jüdische Autoren, wie Dr. Wiener und hat auch sehr viel Literatur, die ihm manche Fehlurteile erspart hätten (z. B. die vorliegende Zeitschrift) übersehen. Es ist aber erstaunlich, mit welch eingehender Gründlichkeit der Verfasser die Daten gesammelt und übersichtlich, dargestellt hat. Viele Diagramme, die er gibt, könnten in der zionistischen Propagandaliteratur Aufnahme finden. Dr. Müller bezweifelt, trotzdem er die Arbeit in Palästina kennt, deren Zukunft. Ihn stimmen die Auswanderungszahlen in der Krisenzeit 1926—dL930: 15.000 bedenklich, ferner die vielen „mittellosen" und „erwerbslosen" Juden (hier gibt es keine Zahlen und man kann sie daher nicht richtigstellen). Die „Siedlerjuden scheinen der Almosenmentalität verfallen zu sein". Der Sinn für Selbständigkeit scheint in den Kojlotnden nicht festen Fuß gefaßt zu haben. Derartiges braucht an dieser Stelle wohl nicht erst widerlegt zu werden. So sehr wir gerade UWteile von Außenstehenden schätzen, da sie manches sehen, was den Mitwirkenden verborgen bleibt, so können wir doch aus solchen, der wahren Lage gegenüber geradezu paradoxen Urteilen nichts lernen. Dr. Müller ruft (S. 73) nach der eisernen Faust gegen die Arbeiterschaft. Wenn diese nicht unter die absolute Disziplin zu zwingen ist, „sehe ich trübe? in die Zukunft". Es ist klar, daß Dr. Müller mit schelem Blick auf die Kwuzoth sieht, wobei er wiederum Dr. Wiener zitiert. So ist seine Kritik des „arbeitsethischen" Problems vollkommen verfehlt, parteipolitisch gefärbt und sachlich1 unrichtig. Bei Entwicklung der politischen Entwicklung hat der Verfasser es anläßlich der Haltung Englands und der Araber leicht, die „Aussichtslosigkeit" des Zionismus nachzuweisen. Es ist aber nicht in Ordnung, wenn der kenntnisreiche Verfasser, der im Lande selbst gelebt hat, immer wieder parteiische, unzutreffende Urteile zitiert. So z. B. S. 77, idaß die Juden die besten und fruchtbarsten Ländereien kauften. In W7irklichkeit haben sie sich mit den verwahrlosten Terrains begnügen und sie mit ungeheuren Kosten sanieren müssen*. Wenige Seiten später gibt er zu, daß sich auf dem größten Teil des Staatslandes arabische Siedler niedergelassen haben. In der Darstellung der politischen Frage, in der der Autor nichts Neues sagt, ist von Interesse, daß er vom katholischen Standpunkt aus mit Unruhe die Bestrebungen der englischen Hochkirdhe, sich mit den morgenlänTdisdh)en Kirchen zu vereinen betrachtet. Die Ausmalung der innerzionistischen Gegensätze führen den christiichlen Autor nach Zitierung einiger revisionistischer Kraftausdrücke zu dem Satz, daß es kein Wunder ist, daß dann dem Araber „der Dolch lose im Gürtel sitzt". Das heißt mit anderen Worten, daß die arabischen Mordtaten zu entschuldigen sind wegen der Aeußerungen zionistischer Ultras. Ob das noch ein christlicher Standpunkt ist, kann ein jüdischer Referent nicht beurteilen. Von Wichtigkeit, weil hier der Autor für seine Glaubensgemeinde spricht — das Buch wird von einem katholischen Geistlichen, Monsignore Beyer, der den Zionismus eine gefährliche Bewegung nennt, eingeleitet — ist der Abschnitt: „Christen-

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