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Palästina · 1932-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1932) · p. Seite 226

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1932)
Article
[Rezension]
Date
1932-05-01
Page
Seite 226 (sequence 1)
Language
German
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226 BESPRECHUNGEN. Palästina, Land und Wirtschaft, von Dr. Alfred Bonne. Mit 60 Abbildungen, 3 Kartenskizzen und 3 Diagrammen. Verlag Deutsche Wissenschaftliche Buchhandlung, Leipzig, 1932. — Die Schwierigkeit, die wirtschaftlichen Verhältnisse Palästinas in objektiv-wissenschaftlicher Weise darzustellen, ist nicht gering, da das Land in einem Aufbauprozeß sui generis steht und je nach Einstellung des Verfassers die einschlägigen Probleme und Streitfragen verschieden gewertet werden. Die Literatur über diese ist eine reichliche, doch fehlte es bisher an einem Buche, das ähnlich wie seinetrzeit Ruppins „Syrien als Wirtschaftsgebiet", in wissenschaftlicher Weise die einzelnen Wirtschaftsfaktoren schildert und in den strittigen Fragen einie in der Bewertung zurückhaltende, aber objektiv zutreffende Haltung einnimmt. Diese für einen Zionisten besonders schwere Aufgabe zu lösen, ist Dr. Alfred Bonne in vorliegendem Buche gelungen. Der Autor, den Lesern dieser Zeitschrift als Verfasser wertvoller Beiträge bekannt, gegenwärtig Leiter der „Archives for thie Near East" in Jerusalem bringt die Vorbedingungen dafür mit: er ist Volkswirt, lebt und arbeitet in Palästina seit einigen Jahren und ist schon infolge seiner Stellung ein genauer Kenner des Materials. Die Beschränkung auf das rein Wirtschaftliche ist in seinem Budhe vielleicht ein wenig zu sehr ausgeprägt, so fehlt völlig eine, wenn auch kurze Erörterung der eigenartigen staatsrechtlichen Stellung Palästinas und der Mandatstext. Dafür ist aber die Art, mit der Bonne das ganze Problem aufrollt, sehr angepaßt dem Bedürfnis der Gewinnung eines festen Standorts und einer Methode: Er betrachtet die Wirtschaft Palästinas, so wie ein Nationalökonom jene irgend eines anderen Landet beschreiben würde, indem er die Produktionsfaktoren und die Dynamik der Entwicklung objektiv untersucht. Bei dieser spielt dann natürlich die jüdische Aufbauarbeit die gebührende Rolle. Bonne gibt im ersten Kapitel eine kurzem Analyse der Umwälzung, welche durch die neue Lage Palästinas und das jüdische Aufbauwerk in der sozialökonomischen Struktur der Bevölkerung verursacht wird. Der knappe Raum gebot in der weiteren Darstellung Beschränkung auf das Wesentliche bei richtiger Auswahl, was Bonne vorzüglich gelungen ist. "Den größten Raum nimmt die Schilderung der Landwirtschaft ein. Bonne gibt zunächst einen kurzen Ueberblick auf die strittige Frage der Siedlungskapazität und die verschiedenen Ansichten darüber, stellt die natürlichen Bedingungen und die gegenwärtige Produktion dar. Hiebei beschränkt er sich auf die Hauptkulturen, ohne auf die *heute unwichtigeren (z. B. Obstbaumzucht) und die, deren Einführung möglich ist, einzugehen. Besonders willkommen wird dem Benutzer des Buches der Abschnitt über Viehzucht sein, weil dieses Gebiet fast nirgends in der Literatur behandelt worden ist. Eine Darstellung der Fellachenwirtschaft, gestützt auf Wilkansky und die Enquete Johnson-Crosbie ist vorzüglich in ihrer übersichtlichen Zusammenfassung. Die jüdische Siedlung erfährt eine kurze, instruktive Darstellung, wobei gemachte Fehler niqht verschwiegen unld die wichtigsten Probleme aufgezeigt werden. Die Fragen des Bodenrechts und der Pacht werden so dargestellt, daß der Leser die gegensätzlichen Ansichten darüber erfährt, ohne daß Bonne dazu selbst Stellung nimmt, wenn er auch vor Uejbertreibungen in der Propaganda warnt. Immerhin geht aus seiner Haltung hervor, daß er einen sachlichen, maßvollen Standpunkt einnimmt. Er erwartet für die Zukunft eine

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