Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1932)
- Article
- Politik. Von Spectator.
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 198 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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keit seiner Lösung besteht. Es wäre jedoch eine höchst primitive Vereinfachung, das Problem nur in den jüdischen Ansprüchen auf Boden für neue Einwanderer und Kolonisten zu sehen. Auch ohne die jüdische Einwanderung in Palästina ergibt sich bei dem enormen arabischen Bevölkerungszuwachs von zirka 25.000 Seelen pro Jahr die Frage, welchem Berufe dieser Zuwachs zugeführt werden soll, wenn angeblich schon heute im arabischen Dorfe ein zunehmender Mangel an Boden gespürt wird. Zweifellos kann durch die Umwandlung der Wirtschaften in intensiv geführte Betriebe vor allem in der bewässerbaren Bodenzone Platz für zahlreiche neue Existenzen geschaffen werden. Solange nicht die Regierung Mittel für diese Betriebsreformen zur Verfügung stellt, gibt es keinen idealeren Vorschlag als den der jüdiscjhen Experten, die notwendigen Mittel für die Intensivierung der arabischen Wirtsdhaften als Kaufpreis für die frei werdenden Böden zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus wird auf die Dauer nichts anderes übrig bleiben, als langsam eine Erweiterung der Aufnahmefähigkeit der Städte vorzubereiten, ein Prozeß also, der aus allen Ländern mit äihnlichen Agrarproblemen bekannt ist und dort von Staatswegen reguliert wurde. Auch die Möglichkeiten einer Lösung durch partielle Auswanderung müssen in diesem Zusammenhang nicht schrecken. Der Hinweis auf die gleichzeitig stattfindende jüdische Einwanderung, die normalerfweise ja die Mittel zum Aufbau neuer Existenzen selbst ins Land bringt, kann!hier nicht gelten, da es in vielen anderen Ländern mit großer Auswanderung immer auch gleichzeitig eine beträchtliche Einwanderung gegeben hat. Freilich wird eine sachliche, leidenschaftslose Diskussion dieser schwerwiegenden Probleme in einer so politisierten Atmosphäre, wie sie in Palästina beste-ht, nicht möglich sein oder erst dann möglich werden, wenn die großen politisdhen Grundfragen, die heute das Verhältnis der beiden Nationen im Lande bestimmen, einer Lösung nähergebracht sind. Die Furcht, die heute ebenso wie vor ze!hn Jahren jeden Vorgang und jede Handlung im politischen und wirtschaftlichen Leben des Landes beherrscht, ist ein schlechter Begleiter für die Lösung so komplizierter, letzten Endes psychologisch verankerter Probleme. Eine volle Lösung wird freilich in abseihbarer Zeit kaum möglich sein und damit wohl auch nicht eine wirklich entscheidende Annäherung der beiden Völker. Immerhin sollte aber jede Initiative begrüßt, jeder Versuch unternommen werden, der die aus der politischen Konstellation entspringenden Konfliktsmöglidhkeiten auf das erreichbare Minimum reduziert. WIRTSCHAFT. In dem Artikel von H. Frumkin in dieser Nummer über den Bedarf an Arbeitskräften, den Beridhten über den Stand von Außenhandel, Landwirtschaft usw. finden sich die einzelnen Momente, die für die gegenwärtige Wirtschaftslage maßgebend sind. Von Interesse sind darüber auch die Ausführungen von Dr. Arthur Handtke, Jerusalem, in einem Schreiben an Delegierte des Keren Hajessod. „Die günstige ökonomisch^ Lage hält an. Bisher ließ die Beschäftigung der Arbeiter, Handwerker und Angestellten nidht nach. Das Land als Ganzes muß allerdings unter der außerordentlidhen Dürre dieses Jahres leiden. Die Ernte an Brotgetreide und Futtermitteln wird seihr stark hinter normalen