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Palästina · 1932-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1932) · p. Seite 196

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1932)
Article
Politik. Von Spectator.
Date
1932-05-01
Page
Seite 196 (sequence 2)
Language
German
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konnten die vorausgegangenen Ereignisse, die Zuspitzung der Beziehungen zwischen der Administration und dem Jischuw nicht ungeschehen und vergessen gemacht werden. Aber schon die Tatsache eines engen persönlichen Kontaktes, wie er heute^ zwischen Regierung und Exekutive besteht, bedeutet nach der Situation noch vor einem Jahre, die fast einem Abbruch der 3eziehungen gleichkam, ein enormes Plus. Das freundlichere Verhältnis der Regierung kam im Lauf der letzten Monate bei einer Reihe von Gelegenheiten zum Ausdruck. So nahmen der High Commissioner und andere hohe Regierungsbeamte wiederholt an Eröffnungsfeiern jüdischer Veranstaltungen statt und brachten in warmen Worten die Anerkennung und Sympathie der Regierung für die jüdischen Bestrebungen zum Ausdruck. Diese Teilnahme offizieller Stellen, die unter anderen Verhältnissen eine Selbstverständlichkeit wäre, verdient hier Erwähnung, weil es sich dabei um Veranstaltungen handelt, die trotz ihres unpolitischen oder mindestens politisch neutralen Charakters (Makkabiah, Ausstellung in Tel-Aviv) zum Anlaß und Ziel heftiger Angriffe in detr arabischen Presse wurden. Die Tagespresse hat seinerzeit bereits berichtet, wie die Veranstaltung der Makkabiah von arabischer Seite als provokatorische jüdische Demonstration betrachtet wurde, daß die Ausstellung für dejn Nahen Osten in Tel-Aviv als jüdisch-nationales Unternehmen zur Förderung dejr zionistischen Wirtschaftsinteressen hingestellt und boykottiert wurde). Die Durchführung dieser Unternehmungen selbst hat freilich dadurch nicht gelittejn. Die Makkabiah ist ohne jeden Zwischenfall zu Ende geführt worden, obwohl e/s sich dabei um die Bewältigung einer außergewöhnlichen organisatorische^ und politisch delikaten Aufgabe handelte. Die Levante- Ausstellung mußte) zwar fast durchwegs auf den Besuch palästinensischer Araber verzichten, konnte dafür aber auf eine Beschickung durch fast alle Regierungen der Länder des Vorderen Orients und auf die Teilnahme vieler bedeutender europäischer Länder verweisen, damit also gewiß eine weit über die Landesgrenzen hinausreichende Anerkennung ihrer Arbeit und ihrer Ziele für sich buchen. Trotz aller Mängel, die man im Aufbau auch dieser Aufstellung nach feststellen mag, war auch sie eine schöne Leistung der rührigen Organisatoren, die nun bereits zum vierten Mjale ein Ausstellungsprojekt in Palästina erfolgreich gestartet haben. Wenn dieser Erfolg der jüdischen Initiative und Unternehmungslust, sowie überhaupt die günstige Entwicklung in den von den Juden bevorzugten Wirtschaftszweigen manche mißgünstigen und kritischen Elemente in Regierungskreisen für den Augenblick zum Schweigen oder sogar zu einer freundlicheren Beurteilung der jüdischen Arbeit im Lande gebracht haben mag, so wäre es trotz allem eine verhängnisvolle Illusion, sich die künftige, Politik in Palästina nach dem alten Rezept eines ausfi schließlichen Bündnisses mit England vorzustellen. Die politischen Grundproblema des Landes harren nach wie vor einer Lösung. Solange ungeklärte Unglücksfälle sofort politische Hochspannung zwischen Juden und Arabern auslösen können, solange ein regenarmer Winter sofort Befürchtungen über die Rückwirkung der Mißernten auf die Beziehungen zwischen den beiden Nationen hervorruft, kann von einer politischen Stabilisierung und damit auch von wirklich fruchtbaren wirtschaftlichen Entwicklungsperspektiven nicht gesprochen werden. Mißernten sind in Palästina häufig und ereignen sich auch in den Nachbarländern, in denen keine Juden kolonisieren. Aber nirgends dürfte an diese völlig unpolitischen Ereignisse

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