Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1932)
- Article
- Die Entwicklungstendenzen der palästinensischen Landwirtschaft
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 154 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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„Palästina importierte für zirka 52.000 Pfund Kartoffeln und um 14.000 Pfund Zwiebel und Knoblauch und es wird untersucht, ob diese Gewächse statt sie einzuführen, im Lande gezogen werden können." Die Untersuchung der Möglichkeit einer Produktion für den inneren Markt wird gleichzeitig mit versuchsweisen Sendungen von Frühkartoffeln nach England gemacht. Es handelt sich hier um zwei verschiedene Aufgaben. Wenn tauch ein Teil des Bedarfes ,an Kartoffeln durch Import gedeckt werden muß, kann nichtsdestoweniger der Export von Frühkartoffeln in gewissen Saisonen lohnend sein. Die Versuchssendungen nach England haben aussichtsreiche Resultate ergeben. Die weitere Hebung der inländischen landwirtschaftlichen Produktion und Deckung des inneren Marktes durch Erweiterung der Bewässerung vom Lande, stärkerer Uebergang zu intensiven Kulturen, gesteigerte Einfuhr von künstlichem Dünger, Mechanisierung usw. hängen von der Erweiterung der intensiven jüdischen Kolonisation wie von der Hebung der arabischen Landwirtschaft ab. Allerdings schafft der Markt für Produkte in der Stadt eine gewisse Kapitalsakkumulation im Dorfe, die automatisch eine Intensivierung mit sich bringt. Dieser natürliche Prozeß ist aber sehr langsam und hier bietet sich für den Development Scheine eine wichtige Aufgabe, den Prozeß der Erweiterung intensiver jüdischer Landwirtschaft und der Intensivierung der arabischen Wirtschaft zu fördern und zu beschleunigen. Eine solche Erweiterung der intensiven Landwirtschaft und rationelle Organisierung des Absatzes würde die Produktion verbilligen und die Preise ermäßigen, wie wir es auch in den vorhergehenden Jahren bemerken können (siehe Tnuvah-Berichte). Eine derartige Preisgestaltung verdrängt aber immer sehr die importierten Artikel, erweitert den Kreis der Konsumenten und hebt den Konsum per Kopf, Diese Versorgung des inneren Marktes muß aber nur als Sprungbrett für den Export landwirtschaftlicher Produkte Palästinas betrachtet werden. Ohne diesen würde für den Markt produzierende Landwirtschaft bald an den toten Punkt gelangen. Die Erweiterung des inneren Marktes durch Industrialisierung und Immigration und Export ins Ausland sind die unumgänglichen Bedingungen einer erheblichen Expansion für die palästinensische Landwirtschaft.