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Palästina · 1932-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1932) · p. Seite 142

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1932)
Article
Die Entwicklungstendenzen der palästinensischen Landwirtschaft
Date
1932-05-01
Page
Seite 142 (sequence 2)
Language
German
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X42 z0£ s*ck au^ Basis weitgehender Rationalisierung und Intensivierung. Der verhältnismäßig hohe Lebensstandard des Siedlers erlaubte ihm nicht, eine geschlossene Naturalwirtschaft zu schaffen. Naturalwirtschaft als die Wirtschaftsform einer Bevölkerung auf primitiver Stufe vorkapitalistischer Entwicklung bricht sogar in der Fellachenwirtschaft zusammen und die jüdische Kolonisation konnte den Weg zu einer solchen Form nicht mehr zurückfinden, weil sich die Wirkungen der Marktgestaltung für die Produkte und Bedürfnisse einer hochentwickelten Bevölkerung in einer modernen Wirtschaft nicht ausschalten lassen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, mußte sich die jüdische Kolonisationswirtschaft auf Monopolfrüchte und veredelte Produkte einstellen, sie mußte sich dem Markt anpassen. Der Weizen, das Hauptprodukt einer Naturalwirtschaft nimmt heute ungefähr nur 20 Prozent des Umsatzes in den jüdischen Siedlungen ein, die Bodenprodukte werden meist in veredelter Form (Milch und Geflügelprodukte) abgesetzt, die Erzeugung wendet sich dem Markte zu. Jetzt, nachdem die konkreten Lebens- und Wirtschaftsbedingungen diese Frage für die einzelnen Wirtschaften zum Nachteil der Autarkie entschieden haben, taucht diese Parole auf viel breiterer Basis für das gesamte Land auf. Soll sich die palästinensische Landwirtschaft hauptsächlich auf Versorgung des inneren Marktes oder auf Produktion für den Weltmarkt einstellen? Soll sie sich die besonderen Vorteile des Klimas zugute machen und landwirtschaftliche Monopolprodukte erzeugen oder soll sie die Bedürfnisse der Bevölkerung im Auge behalten, den inneren Markt mit den notwendigen Konsumartikeln versorgen und deren Import einschränken? Einige Tatsachen und Zahlen machen es klar, daß der Schwerpunkt der palästinensischen Landwirtschaft heute in der Erzeugung monopolistischer Exportprodukte liegt. Den schlagendsten Beweis, daß diese Entwicklung unvermeidlich ist, bietet wohl der Vergleich der repräsentativen Produkte der beiden Arten der Landwirtschaft: des Weizens und der Orange. Die Weizenproduktion im Lande stellt sich auf ungefähr 100.000 Tonnen per Jahr. Dieser Ertrag blieb im Laufe von sieben Jahren fast unverändert. Die Regierungszahlen geben als Maximalproduktion im Jahre 1925 das Quantum von 101.000 Tonnen und als Minimalquantum im Jahre 1928 65.000 Tonnen an. Diese Schätzung muß um ungefähr 15 Prozent vergrößert werden, da die Basis der Kalkulation — die Zehntsteuer — nicht verläßlich ist.

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