Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- [Rezension] / m. a.
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 139 (sequence 3)
- Language
- German
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gutzumachen versucht wird. Dabei kommt den Juden das Eilzugstempo der Industrialisierung zugute, wodurch sie, als intelligente. Arbeitskräfte, Beschäftigung finden konnten. Heller gibt dfen Plan der Produktivierung der jüdischen Bevölkerung im Alter von 15 bis 49 Jahren (zirka 1.5 Millionen) für 1932/33 an, in dem 78.1 Prozent Angestellte, Arbeiter und Heimarbeiter und nur 11.8 Prozent Landwirte vorgesehen sind. In Palästina sind, obzwar Heller in tendenziöser Weise meist nur von den 7.600 „zionistischen" Kolonisten spricht, von der jüdischen Bevölkerung 26.5 Prozent am Lande ansässig. Man frägt sich, wozu der russische Staat die Zionisten grausam verfolgt, wenn er selbst die Judenfraga „löst" und nach seiner offiziellen Meinung der Zionismus „bankerott" ist. Die Antwort ergibt sich von selbst, auch aus dem Tendenzbuch von, Heller. Die Juden der Welt sollen die Lösung der Judenfrage nur durch die bolschewistische Methode als möglich ansehen, sie daher in jenes Lager führen. Daß die zionistische Idee als konkurrierende heftig bekämpft wird, trotzdem sie „endgültig und unwiderleglich" erledigt ist, zeigt, daß auch die Bolschewisten klar sehen, daß hier eine hohe geistige Macht am Werke ist, deren letzte Ziele nicht in der alleinseligmachenden ökonomischen Sphäre zu suchen sind, sondern darin, daß diejenigen natio^ nalen Kulturwerte, die von den bolschewistischen Theorien als veraltete Ideologien verlacht und ausgerottet werden, durch den Zionismus eine Renaissance erfahren haben. m. a. Stuttgarter Biblisches Nachschlagewerk, mit 5 Karten, 18 Abbildungen, Verlag Priv. Württ. Bibelgesellschaft, S. 746. — Dieses große Werk ist als Anhang zur Stuttgarter Jubiläumsbibel erschienen. Ist es auch vom Standpunkt und für Zwecke der christlichen Theologie geschrieben, so enthält es sehr vieles, das für den jüdischen Leser und Benutzer von größter Brauchbarkeit ist. Nebst einer kurzen Geschichte Israels und Beschreibung Palästinas sind in dieser Hinsicht besonders weirtvoll die Konkordanzen der Namen, der Topographie, der wichtigsten biblischen Begriffe usw. Von Interesse ist auch der Abschnitt über Natur- und Volksleben im Lande der Bibel, wo in kurzen Zügen aus der Bibel Flora, Fauna, Gewerbe, Handel, Sitten usw. rekonstruiert werden. Sowohl zur Einführung, als auch zur knappen Orientierung über das gesamte Material, wie zum Nachschlagen, bietet dieses großangelegte Werk eine einzigartige wissenschaftliche Arbeit. Was immer man nachsuchen will (beispielsweise: wie oft und an welchen Stellen der Begriff ,.(.Gnade" in der Bibel vorkommt, welche Auskunft sieüber die Sklaverei im alten Palästina gibt, welche Sträucher es dort gegegeben hat, wo die Landschaft Maacha gelegen war usw.), über alles erhält man in den Konkordanzen und den beschreibenden Teilen erschöpfende Auskunft. Dieses Werk wird sicher auch jüdischen Autoren unentbehrlich werden, da es außer dem Wissensstoff, den man sonst in vielbändigen Lexica suchen müßte, und den es in knappster und vollständiger Zusammenfassung übersichtlich enthält, auch manches andere (wie Begriffskonkordanz unvd Wortkonkordanz) bietet, das man sonst nirgends findet. Die Haltming dieser christlich - theologischfön Buches (das auch die drei ersten Evangelien vergleichend bringt) zu der jüdischen Theologie ist durchaus die Luthers, dessen Vorreden zur Bibel abgedruckt wenden. Die Mitarbeiter sind nicht genannt; das große Werk kostet nur 6 Reichsmark. f. m.