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Palästina · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 66

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
[Rezension] / ad. bm.
Date
1932-01-01
Page
Seite 66 (sequence 2)
Language
German
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aufs schwerste bedroht ist. Will man die Aufsaugung der Juden und die gegenseitige Entfremdung der Juden verschiedener Länder zumindest verlangsamen, so muß ein Gemeinschaftsideal gefunden werden. Dieses ist der Zionismus. Palästina wird immer mehr Bedeutung für die Gesamtjudenheit gewinnen, in die Diaspora wird das jüdische Leben in Palästina ausstrahlen und ein Gegengewicht gegen die Auflösungstendenzen bilden. Dieses Werk eines umfassenden Geistes, eines Mannes, der nicht nur ein hervorragender Theoretiker ist, sondern jahrzehntelang an der Aufrichtung des jüdischen Volkes als Pionier maßgebend mitgearbeitet hat, ist die Frucht eines Lebens, ein grundlegenfcles Werk, das keiner weiteren Empfehlung bedarf. ad. bm. England im Nahen Osten. Das Königreich Irak und die Mossulfrage, von Henry U. Hoepli, Erlanger, Abhandlungen zur mittleren und neueren Geschichte, Band X, mit 7 Kartenskizzen, Verlag Palm & Enke, Erlangen, S. 168. — Das Buch ist in erster Linie dem Staate Irak als wichtigster Etappe Englands auf dem Weg nach Indien, und den Oelvorkommen dort gewidmet. Damit legt es den Hauptnerv der britischen Politik im Nahen Osten bloß. Der Weg nach Indien wird geschichtlich bis ins Altertum zurückverfolgt, ebenso die Vorgeschichte des Bewerbs um die Erdölquellen im Nahen Osten gegeben. Für uns sind am interessantesten die Kapitel über die englische Politik im Kriege und nachher in bezug auf Vorderasien. Leider ist Palästina ganz unberücksichtigt gelassen worden und wird nur hie und da erwähnt. Als treibendes Moment für den Sykes-Picot-Vortrag wird Englands Wunsch, französische Truppenhilfe für Syrien zu erlangen, als wahrscheinlich angegeben. In dem Vertrag war aber das Mossulgebiet den Franzosen preisgegeben worden. Von Interesse ist ferner die Darstellung der Lage, anläßlich» Churchills Besuch in Kairo und Jerusalem. Abdallah wollte mit Truppen in Syrien einmarschieren, um die Franzosen zu vertreiben; um dies zu verhindern, sagte ihm der Kolonialminister das Emirat von Transjordanien zu. Wir müssen es uns aus Raumgründen leider versagen, auf die ausgezeichnete Darstellung' von Entstehen und Entwicklung des Irak-Staates und der Bildung der Oelkonsortien einzugehen. Man kann bedauern, daß der Verfasser sich auf Irak beschränkte, da wir für die anderen arabischen Staaten hauptsächlich auf das Buch von Topf angewiesen sind, das Hoepli selbst „etwas zu dogmatischjuristisch" nennt und das sehr kursorisch sowie teilweise parteiisch (siehef unsere Kritik: Jahrgang 1930, S. 188) gehalten ist. Bezüglich der Pipeline sagt der Verfasser u. a., daß geplant ist, auch die deutsche Industrie (Krupp, und Wolf) heranzuziehen. Es sei Englands Politik, alle ehemaligen Gegner und Bundesgenossen an der ökonomischen Verwertung des Nahen Ostens zu) interessieren, um so Reibungsstoffe aus der Welt zu schaffen. Im Anhang werden die Irak-Verträge im Wortlaut gegeben. Die farbigen Skizzen sind sehr übersichtlich gearbeitet und instruktiv. In de?r Karte des* Luftverkehrs konnte die letzte Umlegung der Indien-Route noch nicht verzeichnet sein, ebenso Haifa-Tiberias noch nicht als Umschlagstationen. Das Buch ist eine gute Darlegung der Motive und Triebfedern britischer Expansionspolitik, die der Autor geben will; für die Geschichte des jungen Irak-Staates sowie der Mossul-Fragen bis 1930 ist es bisher die beste Darstellung in deutscher Sprache. a. b.

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