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Palästina · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 65

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
[Rezension] / ad. bm.
Date
1932-01-01
Page
Seite 65 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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BESPRECHUNGEN. Soziologie der Juden, von Dr. Arthur Ruppin. Band I, Die soziale Struktur der Juden. Mit 32 Bildtafeln, S. 522, Band II. Der Kampf der Juden um ihre Zukunft, S. 336, Jüdischer Verlag, Berlin, 1931. — Als vor zirka 25 Jahren das Buch Ruppins: „Die Juden der Gegenwart" in erster Auflage erschien, war dies eine bahnbrechende Tat. Zum erstenmal wurden die Methoden der modernen soziologischen Forschung auf das jüdische Volk angewendet. Huppin selbst wurde Leiter des neugegründeten Büros für Demographie und Statistik der Juden in Berlin, und konnte in dieser Position die wissenschaftlichen Arbeiten über diese Materie organisieren und selbst vorbildliche Arbeiten schaffen. 1908 ging Ruppin nach Palästina und wurde dort Leiter des zionistischen Kolonisationswerkes. Doch hatte er auch in dieser Stellung nie die Fortführung seines soziologischen .'Werkes unterbrochen und außerdem in Palästina selbst Untersuchungen und Zählungen durchgeführt. Gegenwärtig ist er Dozent für »Soziologie der Juden an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Die zwei OBände, die er eben verö ff entlicht, sind nach seinen Vorlesungen abgefaßt. Sie < bilden ein nach dem Stande der Forschungen ausgebautes Standardwerk, das in Aufbau, 'Gliederung und Auslese des Wesentlichen und in den ''Richtlinien für die Behandlung des Gegenstandes vorbildlich ist. Nur ein Mann wie Ruppin, dem nicht nur soziologische sondern auch philosophische und naturwissenschaftliche Kenntnisse eignen, der die wichtigsten Judenzentren — auch ^das neue Kolonisationsgebiet in Südrußland — aus eigener Anschauung kemnt, der in der Praxis mit allen Schichten der Judenheit zusammengearbeitet und als Kolonisator in Palästina die Regeneration des jüdischen Volkes mitgestaltet hat, konnte ein solches Werk schreiben. Gegenüber den früheren Auflagen („Die Juden der Gegenwart") ist das neue Werk außer bedeutend an Umfang und an Fülle des Materials, auch durch ein Kapitel über die jüdische 1 Rasse bereichert, dem zahlreiche Abbildungen von Judentypen zur Veranschaulichung beigefügt sind. + Eine solche gedrängte Uebersicht kann natürlich nur ein systematisches Hauptgerüst geben. Es kann niemand vom Autor verlangen, daß er auch noch die Geschichte, die Einzelprobleme usw. _ eingehend behandelt. Das müssen Spezialwerke tun. Ruppin handelt es sich darum, einjen Grundriß der Soziologie der Juden zu geben. Es ist nicht möglich, über ein 'solches Werk in wenigen Worten zu referieren. Die Fülle des Gebotenen, die ^Autorität des Verfassers auf diesem Gebiet und seine souveräne Beherrschung des Materials machen das Werk zu einem Lehrbuch. Kritische Stimmen können sich nur erheben, wo der Autor, wie z. B. über die Rassenf rage 'oder den Zionismus, subjektiv gefärbte Meinungen äußert. Wir wollen hier nur jene über dein Zionismus zitieren. Ruppin meint, daß Palästina zu einem binationalen Gemeinwesen auszubauen ist. Unter dieser Forderung können die Juden nicht hinunter gehen unjd sich nicht mit einer Minderheitsstellung in Palästina begnügen. Die Juden müssen frei von Chauvinismus zu erkennen geben, „daß sie ihre Rückkehr nach Palästina auf dem Wege eines gerechten Ausgleiches ihrer Interessen mit denen der jetzigen Landesbewohner erstreben". In seinem Resume zeigt Ruppin, wie der Fortbestand der Juden durch Abkehr von der Orthodoxie, Assimilation, Mischehe, Taufe, Geburtenrückgang usw.

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