Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Jewish Agency. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin.
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 6)
- Language
- German
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ist einer der Hauptgründe, der vielen zionistischen Irrungen dieser zehn Jahre. Weizmanns System, das vielen schwächlich erschien, war von Anfang an auf dieser Erkenntnis aufgebaut, darum wußte er, daß man mit Forderungen aq England den Bogen nicht überspannen dürfe, sondern das eirimal bestehend^ labile Gleichgewicht zu einer möglichsten Verstärkung der praktischen jüdischen Aufbauarbeit benützen müsse. Dieser Gedanke wurde nicht verstandet* und fand überall Widerstand, sowohl in seinem politischen Teil (Unverständnis für die arabische Realität), als auch in seinem wirtschaftlichen Teil (mangelnde Efficiency der ökonomischen Aufbauarbeit). Aber im gegenwärtigen Moment nützt e-s nichts zu dem vielen Versäumten neue Versäumnisse hinzuzufügen. Heute muß man sich fragen, was wir in den Verhältnissen, wie sie sich nun einmal seither ausgebildet haben, bestenfalls erreichen können. Wir glauben, daß auch heute« nodh die Möglichkeit besteht, in politischer Beziehung ein großes Stück weiterzukommen und die; schwersten Hindernisse jedes zionistischen Fortschrittes aus dem Wege zu schaffen. Aber man wird dies bestimmt nicht vermögen, wenn man sich um Dinge ströitet, die nicht den geringsten Realitätsgehalt haben, sondern nur, wenn man die Dinge sieht^ wie sie sind und sich mit dem wirklich entscheidenden Faktoren auseinandersetzt. Nachrichten und Daten ÄSSTi« POLITIK. Die Vorgänge im arabischen Lager. Der moslemische Kongreß wurde am 17. Dezember geschlossen. Es wurde eine Exekutive von 25 Mitgliedern und ein kleiner Ausschuß von sieben Mitgliedern unter Präsidium des Mufti geschaffen. Schaukat Ali hat eine Wahl abgelehnt. In die Exekutive wurde auch der ehemalige ägyptische Deputierte Abdul Rachman Bey Assan gewählt, den die Regierung wepen einer schaffen Rode gege&i Italiens Vorgehen in Lybien ausgewiesen hatte. (Siehe den Artikel über den Koorpreß in dieser Nummer.) Ueber die Haltung der arabischen Presse schreibt die deutsche „Orientrundschau", Nr. 1: „Im allgemeinen äußern sich die arabischen Zeitungen wenig günstig und enttäuscht über den Verlauf des Kongresses und die dabei zutage getretene Uneinigkeit; sie betrachten ihn vielfach nur als eine Vorstufe zu einem späteren größc{^en und besser vorbereiteten Kongreß,, der nicht wie dieser bloß ails der Initiative de^s Mufti von Jerusalem hervorgeht." Die moslemische Opposition gegen den Mufti verbreitet eine Kampfschrift gegen ihn. Die Tagung der moslemischen Jungmänner-Association nahm gleichfalls gegen den Mufti Stellung und erklärte, daß es auf positive Arbeit mehr ankomme als auf einen Sonderkampf gegen den Zionismus. Gleichzeitig faßte diese Tagung Beschlüsse gegen den Bodenverkauf an Juden und für den Boykott ausländischer und jüdischer Waren. Die autonome Polizei in Tel-Aviv. Diese sollte mit der allgemeinen Polizei in Palästina verschmolzen werden. Bürgermeister Dizengoff protestierte dagegen bei dem neuen Oberkommissär. Daraufhin wurden die Hauptforderungen der Stadt angenommen.