Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Der Bericht des Handelsdepartements
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeiner Ueberblick. Die ökonomische Krise 1927 wurde abgelöst durch einen Aufschwung 1928 und 1929 infolge guter klimatischer Bedingungen, Ausdehnung der Orangenpflanzungen, industrieller Tätigkeit und Investitionen von neuem auswärtigem Kapital. Doch verursachten die Unruhen 1929 einen Rückschlag, unter dem das Land noch immer leidet. Infolge der finanziellen Krise in Amerika und Europa ist der Zustrom auswärtigen Kapitals in Form von Unterstützung heimischer Institutionen» sind ferner die Unternehmungen detr Juden in Landwirtschaft und Industrie, ebenso die Ausgaben der Touristen, geringer geworden. Die sehr gute Ernte von Getreide und Ojel der Saison 1929/30 verursacht* weitere Schwierigkeiten für den Handel und die Bauern, die für ihre Erzeugnisse keine rentablen Preise erzielen konnten. Gegenwärtig ist Kapital noch knapp und es ist schwer, Kredite zu erhalten. Die Unternehmungen sind meist kapitalsarm, deshalb sind Geschäft« nur im Kreditweg zu machen. Eine Anzahl von Firmen ging zugrunde mit ansehnlichen Passiven. Dennoch ist in verschiedenen Beziehungen ein Fortschritt erzielt worden. Die Exporte* nehmen langsam zu, ein Beweis für die Entwicklung in Landwirtschaft und Industrie. Die Orangensaison 1930/31 war zufriedenstellend, sowohl nach den exportierten Quantitäten, als nach den im Ausland erhielten Preisen. Der Bau des Hafens von Haifa, die Aufnahmen für die Haifa—Bagdad-Bahn und die Arbeiten für die Gewinnung von Salzen aue dem Toten Meer sind im raschen Fortschreiten. Finanzen. Der Bericht gibt die Ziffern, die wir wiederholt veröffentlicht haben (siehe auch die kritische Analyse im Artikel von H. Frumkin in Nr. 10/11). Es wird betont, daß die Hauptquelle der Einnahmen der Regierung in Zöllen, Steuern und Gebühren gelegen ist. Die Zölle allein lieferten 1929: 39.8o/o, 1930: 42.23 o/0. Der Zolltarif, der bis 1927 nach dem W^erte gestuft war, wurde durch einen Spezialtarif ersetzt, wodurch Hinterziehungen unmöglich gemacht wurden. Agrardarlehen. Am 31. Dezember 1930 hatte die Regierung bei Landwirten 41.553 Pfund (von der seinerzeitigen Anleihe bei der Anglo Egyptian Bank) ausständig, ferner weitere 31.935 Pfund von aus eigenen Mitteln gegebenen Darlehen. Anleihe. Für den Hafen von Haifa wurden bis 30. Dezember 1930 309.870 Pfund von ausgeworfenen 1,250.000 ausgegeben, für den Hafen von Jaffa 63.947 von veranschlagten 101.000. Geldumlauf. Im April waren im Umlauf 2,085.328 Pfund Noten und 284.336 Münzen, zusammen 2,369.664 Pfund. Handel. Im Jahre 1931 wurden Gesellschaften mit zusammen 206.600 Pfund neu registriert (Vorjahr 770.000). Außenhatfdel Die Abnahme der Einfuhr (1930 rund 7 Millionen Pfund gegen 7.16 im Vorjahr) ist durch die Krise verursacht. Vor allem zeigen Nahrungsmittel eine Abnahme von üb0r 1/2 Million Pfund, Rohmaterialien e!ne solche von 123.000 Pfund, letztere vor allem wegen Rückgang der Einfuhr von Olivenöl zur Seifenfabrikation. Die Einfuhr von Fabrikaten, Halbfabrikaten, Benzin und Kerosene, nahmen um insgesamt 0.46 Millionen Pfund zu. An der Einfuhr waren beteiligt Aegypten mit 22.78 o/o, Britisches Reich