Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Die Volkszählung in Palästina
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Beirut 1× ep/1047833
- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
OCR text
den Einwohnern von Jerusalem belief sich, im Jahre 1922 auf 54,3 o/0, im Jahre 1931 auf 56,9 o/0. Dabei ist in Betracht zu ziehen, daß in Jerusalem die Zahl der Juden, die bei der Volkszählung nicht registriert wurden, wahrscheinlich nicht unerheblich ist, weil sich in Jerusalem etine beträchtliche Zahl von jüdischen Einwanderern aus orientalischen Ländern befindet, die infolge ihrer primitiven Unterkunftsverhältnisse und ihres niedrigen Bildungsstandes bei feiner Volkszählung schwerer zu erfassen sind als die schon länger ansässigen, besser wohnenden und höher gebildeten Schichten. In Tiberias stieg die Zahl der Juden von 4427 im Jahre 1922 auf 5260 im Jahre 1931, d. h. um 18,8 o/0. Diesecr Zuwachs läßt sich ausschließlich durch die natürliche Zunahme erklären und ist ein Hinweis darauf, daß Tiberias keine Einwanderung gehabt hat, oder daß die kleinte Einwanderung durch eine ebensolche Auswanderung wettgemacht wurde. Der Prozentsatz der Juden in Tiberias, der im Jahre 1922 63,7 o/0 betrug, beträgt jetzt nur 61 o/0. In der Stadt S a f e d, die vor 30 Jahren noch 8000 bis 10.000 jüdische Einwohner zählte, und die seitdem durch Auswanderung der Juden eine ständig© Verminderung der jüdischen Einwohner erfahren hat, hat sich dieser Rückgang auch in der Zeit von 1922 bis 1931 fortgesetzt. Die Zahl der Juden fiel von 2986 auf 2593, d. h. um 15 o/0. Dementsprechend verminderte sich der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung Safeds von 34,1 o/0 auf 26,9 o/0. Der Rückgang der jüdischen Bevölkerung von Safed hat seinlen Grund in der! Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse dieser Stadt. In der Zeit, als die Häfen Palästinas und Syriens mit dem Hinterlande noch nicht durch Eisenbahnen verbunden waren, war Safed ein wichtiger Sammelplatz für die Waren, die durch Karawanen von und zu den Mittelmeerjiäfen transportiert wurden. Seit der Eröffnung der Eisenbahnen von Haifa naejh Damaskus und von Beirut nach Damaskus hat es diese Bedeutung als Etappe des Karawajienverkehrs und als Stapelplatz für Waren zum größten Teil verloren und ist ein Kleiner lokaler Handelsplatz geworden, in welchem sich den Juden nur geringe Existenzmöglichkeiten bieten. Auch der Rückgang der Chalukka-Einnahmen, die früher für viele Juden in Safed eine Existenzquelle bildeten, hat zu der Auswanderung beigetragen. In A k k o ist — hauptsächlich infolge der Errichtung einer großen Zündholzfabrik, in der viele jüdiscjhe Arbeiter beschäftigt sind, — die Zahl der Juden von 78 im Jahre 1922 auf 235 im Jahre 1931, d. h. um 301 o/0 gestiegen. Ludd zeigt eine prozentuell sehr beträchtliche, in absoluten Ziffern aber un* bedeutende Vergrößerung der Zahl der Juden, die damit zusammenhängt, daß Ludd inzwischen als Knotenpunkt im palästinensischen Eisenbahnnetze größere Bedeutung erlangt hat. In Beth-Schaan ist die Zahl der Juden von 41 auf 89 und ihr Anteil von 2,1 o/0 auf 2,9 o/0 gestiegen. Das ist darauf zurückzuführen, daß in der Umgebung von Beth-Schaan eine stärkere landwirtschaftliche Entwicklung (Bananen-Bau) eingesetzt hat und daß die Verkehrswege dorthin verbessert worden sind. In N a z a tr e t Jx ist die kleine jüdische Bevölkerung zwischen den beiden Volkszählungen fast stabil geblieben. Sie betrug 53 Seelen im Jahre 1922 und 60 im Jahre 1931. In den Städten Hebron, Gaza, Beer-Scheba und Ramleh ist die kleine jüdische Bevölkerung fast auf Null gesunken. Das ist eine Folge der Unruhen vom August 1929, die bekanntlich am stärksten im Süden Palästinas waren und die die Juden von Hebron, Gaza und Beer-Scheba, aber auch von Ramleh zum Ver-