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Palästina · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
Zur Agrarfrage in Palästina
Date
1932-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Wir wollen hier hauptsächlich den ökonomischen Aspekt dieses Problems betrachten und müssen unsere Aufmerksamkeit besonders den wirtschaftlichen Faktoren zuwenden, die den Fellachen an den Rand des Bankrottes brachten. Bodenbesitz. "Wie die öben erwähnten Zahlen einer offiziösen Veröffentlichung vom "Jahre 1909/10, die Angaben Auhagens und die offiziellen Feststellungen der ägyptischen und syrischen Regierungen zeigen, nimmt das Pachtsystem eine wichtige Stellung als die vorherrschende Form des Bodenbesitzes im Nahen Osten ein. In Palästina sind 32 Prozent des anbaufähigen Bodens in arabischen Händen Pachtgut, wenn die Resultate der Johnson-Crosbie-Untersuchung in 104 Dörfern für ganz Palästina maßgebend sind. Großgrundbesitz, als Kleinbetriebe bewirtschaltet, bedeutet, daß das Land Profit für eine Klasse abwerfen soll, die weder an 'der Bearbeitung, noch an der Verwaltung der Wirtschaften teilnimmt. Zugleich soll aber die Wirtschaft dem Pächter und seiner Familie einen Unterhalt gewähren. Die Vorteile eines Großbetriebes: die Benützung von Maschinen und Durchführung von Ameliorationen einerseits und die Elastizität in der Zahl der beschäftigten Arbeiter je nach Saison andererseits, fehlen vollständig, aber der von dem Bodenbesitzer in Form des Pachtzinses erwartete Profit ist sehr hoch (30 Prozent des Bruttoertrages oder 50 Prozent des Nettoertrages). Ameliorationen werden nur in seltenen Fällen, wenn überhaupt, vorgenommen, da die Unsicherheit und kurze Dauer des Pachtvertrages jede Investition von Kapital verhindert. Die Folgen dieses Systems werden anschaulich in dem früher erwähnten Artikel des Herrn Delbes, Direktors der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Lataquieh (Syrien) dargelegt. Unter diesen Bedingungen wird durch die sehr niedrigen Erträge nicht einmal das Existenzminimum des Fellachen gewährleistet. Unter den selbständigen Fellachen ist ebenfalls eine Form des Bodenbesitzes üblich, die ungünstigen Rückwirkungen auf die Entwicklung der Landwirtschaft und die Lage der Fellachen hat. Diese Form des kollektiven Bodenbesitzes wird folgendermaßen im Johnson-Crosbie-Bericht beschrieben: „It remains to consider what is perhaps the greatest obstacle to agricultural progress in Palestine, viz. the mushaa System of land tenure. Under this System the village lands are divided into the requisitenumberof shares,and each shareholder is alotted the number of shares or the fraction of a share to which he is entitled. At the end of a prescribed period — usually two years, to suit the crop ro-

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