Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Zur Agrarfrage in Palästina
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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essieren sich wenig, wenn überhaupt, für die landwirtschaftliche Entwicklung ihres Landbesitzes.. . Die Fellachen, die dieses Land bearbeiten, leben in einer Lage, die mit der der Leibeigenen unter der Dynastie der Karolinger verglichen werden kann. Kaum 20 Prozent des Bruttoertrages des Bodens verbleiben dem Landwirt Es kann fast gesagt werden, daß sich die Großgrundbesitzer hier nicht mit der Ausbeutung des Bodens, sondern mit der seiner Anbauer beschäftigen... T)a unter dem bestehenden Steuersystem keine Abgaben von unbebauten Boden bezahlt werden, können die Großgrundbesitzer, ohne selbst Verluste zu erleiden, große Flächen brachlegen. Wahrscheinlich würde die Einführung einer dem Bodenwerte angemessenen, in gleicher Weise von bebauten und unbebauten Boden eingezogenen Steuer, die Bearbeitung einer großen zusätzlichen Fläche zur Folge haben." Er vergleicht weiter das System des Bodenbesitzes in Syrien mit den Latifundien in Rom und behauptet, daß diese Bodenverteilung den Fortschritt der Landwirtschaft in Syrien aufhält. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß trotz des Bodenüberflüsses in Syrien die Lage der Bauern dort im Vergleich mit Palästina alles andere als günstig ist, wie aus den erwähnten Ausführungen des Herrn Delbes geschlossen werden kann, die übrigens für die Aehnlichkeit der Bedingungen und Ursachen in diesen beiden Ländern den erneuten Beweis erbringen. Trotz des Bestehens großer anbaufähiger Landflächen, von denen nur ungefähr ein Drittel bearbeitet wird, übertrifft die Emigration von Syrien die Emigration von Palästina, wie aus folgenden Zahlen zu ersehen ist. Während der Periode 1922—1928 wanderten von Palästina 10.254 Nichtjuden aus, d. h. 1500 per Jahr oder 2%o, der nicht jüdischen Bevölkerung Palästinas. Im Laufe des Zeitraumes 1925—1926, für den exakte Angaben vorhanden sind, stellte sich die Emigration von Syrien und dem Lebanon auf 27.000, d. h. 13.500 per Jahr oder 4.5%o der Gesamtbevölkerung.5) Nicht weniger interessant ist die Entwicklungstendenz der Emigrationsbewegung der Moslemiten und Christen von Palästina6) und Syrien.7) 5) General Föderation of Jewish Labour in Palestine. Memorandum submitted to the Palestine Commission Inquiry, Deeember 1929. 6) Statistical Abstract of Palestine. 1929. Compiled by David Gurevitch Keren Hayessod. Jerusalem. 1930. 7) League of Nations International Statistical Year Book 1929. Geneva and Bulletin de l'Union Economique. 1930.