Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1931)
- Article
- Der wirtschaftliche Aufbau der Stadt Jerusalem
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 451 (sequence 15)
- Language
- German
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mögender Juden, wohl auch die Erhöhung des Lebensstandards und die allmähliche Steigerung der Preise, durch die sich der pro Kopf verteilte Betrag immer mehr als unzureichend erwies, haben die Bedeutung der Chalukkah für die jüdische Bevölkerung noch vor dem Kriege herabgemindert. Zinsen einnahmen aus Kapital und Hausbesitz in- und außerhalb Palästinas, sowie wachsender Umfang der gewerblichen Tätigkeit schränkten den Kreis der von der Chalukkah Abhängigen ein. Der Krieg mit seinen einschneidenden politischen und wirtschaftlichen Folgen für das ganze Land brachte auch für das Wirtschaftsleben der jüdischen Bevölkerung in Jerusalem, die schon damals die Majorität der Einwohner bildete, weitgehende Aenderungen. Im allgemeinen wirkten die gleichen Tendenzen, die schon oben als für die Gesamtbevölkerung gültig geschildert wurden. Die Nachkriegszeit bringt mit der allgemeinen Entwicklung der Stadt eine außerordentliche Zunahme des jüdischen Grund- und Hausbesitzes und im Zusammenhang mit der einsetzenden Baubewegung die Entwicklung einer städtischen Arbeiterschaft von nicht geringer politischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Die Zahl der Angehörigen freier Berufe wächst insbesondere seit der Eröffnung der Universität sehr stark. In den großen jüdischen Zentralinstitutionen, die in Jerusalem ihren Sitz haben, bildet sich eine numerisch starke Bürokratie heraus. Geradezu erstaunlich ist die bis heute andauernde Vermehrung der Ladengeschäfte. Kaum ein Neubau der inneren Stadt, der im Erdgeschoß nicht mit einer Ladenfront ausgestattet wird, die sofort nach Baubeendigung vermietet ist. Ein Teil der neuen Läden mag zwar einfach einem Tausch der Lokale infolge der Wanderung der früheren Handelsviertel seine Entstehung verdanken; die Errichtung der überwiegenden Zahl" der neuen Geschäfte ist jedoch zweifellos auf die qualitative und quantitative Steigerung und Steigerungsfähigkeit der Bedürfnisse der Konsumentenschäft zurückzuführen. Leider liegen, wie bereits erwähnt, für die Nachkriegs jähre nur Zählungen bestimmter Berufsgruppen der jüdischen Bevölkerung vor. Die jüdischen Stellen, die diese im übrigen sehr verdienstlichen, wenn auch methodisch nicht immer befriedigenden, Zählungen veranstalteten (1923 bis 1926: Department für Handel und Industrie, jetzt statistische Sektion der Jewish Agency unter Leitung von D«. Gurevich), haben in den Städten bisher nur Handwerk, Industrie und Arbeiterschaft zu erfassen gesucht. Für alle Zählungen gilt natürlich, was in gewissem Maße selbst für die