Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1931)
- Article
- Der wirtschaftliche Aufbau der Stadt Jerusalem
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 445 (sequence 9)
- Language
- German
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Gründung zahlreicher zentraler Verwaltungsstellen, wis- 445 senschaftlicher Institute usw. mit den dazugehörenden, vielfach reichlich dotierten Beamtenstellen hat das Lebensniveau in der Stadt sehr gehoben und neue größere Bedürfnisse und damit eine bedeutende Belebung und Erweiterung des Marktes hervorgerufen. Die jüdische Einwanderung nach dem Kriege hat im Gegensatz zur Vorkriegseinwanderung zahlreiche wirtschaftlich aktive Elemente nach Jerusalem gebracht und damit die soziale Schichtung der jüdischen Bevölkerung Jerusalems weitgehend geändert. Dieser Einwanderung und ihren Mitteln ist es hauptsächlich zuzuschreiben, daß heute mit der politischen auch die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt beträchtlich gewachsen ist. Aber die wirtschaftliche Unternehmungslust der Einwanderer richtete sich in Jerusalem gemäß der besonderen Struktur dieser Stadt wiederum vorzugsweise auf Objekte, die im Dienste der unmittelbaren Konsumtion stehen. So sind in den Nachkriegs jähren neben zahlreichen kleinen Handwerksbetrieben eine große Reihe von Hotels, Speisehäusern, Läden, Lebensmittelbetrieben und ähnliches neu errichtet worden. Die Neubautätigkeit in Jerusalem, die die in allen andenen Städten des Landes und ebenso 'in gleich großen Städten des Auslandes ganz erheblich übertraf, umfaßte große Hotels, Geschäftshäuser, Schulen und wissenschaftliche Institute, Verwaltungsgebäude, Wohnhäuser und Villen, jedoch kaum Gebäude für industrielle Zwecke. Der von 1924 bis 1930 in Jerusalemer Bauten investierte Gesamtbetrag erreichte die stattliche Höhe von fast 5 Millionen Pfund. Bautätigkeit in Jerusalem (nach Comm. Bulletin): Jahr Zahl der Ungefährer Wert Baugenehmigungen (in Pfund) 1924 1031 280.000 1925 527 227.000 1926 904 393.000 1927 873 413.000 1928 716 275.000 1929 928 1,292.000 1930 1240 1,857.000 Zusammenfassend läßt sich über die seit Kriegsende eingetretenen sozialen und wirtschaftlichen Wandlungen sagen, daß zwar der konsumtive Grundcharakter der Bevölkerung beibehalten blieb, aber der früher dominierende Einschlag der unbemittelten, auf die