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Palästina · 1931-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1931) · p. Seite 435

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1931)
Article
[Rezension] / M. S.
Date
1931-10-01
Page
Seite 435 (sequence 2)
Language
German
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zeitliehen Malereien übereinstimmen, koninten in Palästina freigelegt werden. Für die Bronzezeit (2500 bis 1200 v. Chir.) sind die Ergebnisse der Grabungen bereits zahlreicher; sie geben dem Forscher die Möglichkeit, die kulturellen Verhältnisse der Kanaanäer, auf die in der folgenden Epoche die eindringenden Israeliten gestoßen sind, in großen Strichen zu umreißen. Stadtanlagen auf Hügeln, durch gewaltige Mauern geschützt, zeigen uns, daß die biblischen Angaben stimmen, welche von den großen Schwierigkeiten berichten, die der Bezwingung der befestigten kanaanäischen Städte entgegenstanden. Religiöse Kulturstätten aus dieser Epoche (in Gezer, Bethschemesch und Beisan) sind aufgedeckt wcfiden, und in großer Zahl die in der Bibel erjwähnten Masseben und Äscheren, deren Anbetung die israelitischen Eroberer von den Kanaanäern übernahmen. Die freigelegten Gräber zeigen, daß die Kanaanäer an ein Fortleben nach dem Tokle glaubten: Speisen» Getränke und zahlreiche Bedarfgeigenstände wurden den Toten in ihren Grabhöhlen zur Seite gelegt. Die materielle Kultur (Ackerbau, Oel-, Weinbau, Töpferei usw.) stand auf einer hohen Stufe, und die zu Beginfa der folgenden Epoche (Eisenzeit, 1200 bis 50 v. Chr.) eindringenden, auf einer tieferen Kulturstufe stehenden Israeliten, haben diese im wesentlichen übernommen. Es ist bekannt, daß der salomonische Tempel von phönikischen Bauleuten gebaut werden mußte, weil den Israeliten die fachlichen Voraussetzungen dafür fehlten. Kleinere Kultstätten, die — vor der Zentralisation des Gottesdienstes in Jerusalem — bestanden hatten, waren so primitiv, daß eventuell erhaltene Reste heute kaum erkennbar sind. Die Armut und die mangelnde Originalität auf jedem Gebiete der Kunst und des Kunstgewerbes ist für diese israelitische Zeit auffallend und bezeichnend. Die Mischkujtur, die sich in Palästina entwickelt hat, ist, wie Thomsen zeigt, in erster Linie von Aegypten, in zweiter Linie von Babylonien beeinflußt. „In der religiösen Entwicklung Israels zeigt sich seine Eigenart." (S. 86.) Hier ist, wie die moderne Wissenschaft nachzuweisen vermochte, Babylonien die Quelle zahlreicher Mythen und Legenden des alten Testaments gewesen. (Babylonien, das seinerzeit wieder ganz bedeutende Anleihen im alten Sumer gemacht hat. Siehe Wooley, ,Vor 5000 Jahren/ Die Ausgrabungen von für und die Geschichte der Sumerer.) Doch — auch darauf hat die moderne Wissenschaft hingewiesen — wie vollkommen eigenartig und unabhängig hat Israel diese Entlehnungen gedeutet, umgewertet und umgestaltet! Sie wurden — wie Thomsen sich ausdrückt — ,mit israelitischem Geist durchtränkt4, und das Ergebnis war etwas absolut Neues: die jüdische Religion. Die jüdisch-Jhellenistische Zeit bedeutet einen Aufschwung auf allen Gebieten der materiellen Kultur und der Künast}, wofür insbesondere die Ausgrabungen in Petra, der Hauptstadt des Nabatäerreiches beredtes Zeugnis ablegen. Und die römisch-byzantinische, von Thomson als letzte besprochene Kulturepoche, führt diese Entwicklung zum Höhepunkt. Für uns Juden sind von besonderem Interesse die Reste von Synagogen aus dieser Epoche. (Kapernaum, Meron, ferner der kürzlich freigelegte Betraum einer Synagoge in Beth Alpha.) Das Judentum jener Zeit, dem das Betreten Jerusalems verboten war, hat mithin an anderen Punkten des Landes Gemeinden gebildet, die imstande waren, „für ihren Gottesdienst prachtvoll geschmückte Bauten zu errichten, und die sich dabei unbefangen der heidnischen Kunst und ihrer Sinnbilder (Centauren, Tiere, Engel usw.) zu bedienen.*'

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