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Palästina · 1931-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1931) · p. Seite 415

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1931)
Article
Jewish Agency. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin.
Date
1931-10-01
Page
Seite 415 (sequence 4)
Language
German
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England als solcher gewürdigt wird, ist ein so offenkundiges Faktum, daß nur 4X5 politische Kinder meinen können, es verschwände aus der Welt, wenn sie selbst es nicht sehen wollen. Die praktische Arbeit der Jewish Agency ist durch die materiellen Verhältnisse äußerst erschwert. Das ungenügende Budget des Baseler Kongresses mußte immer und immer wieder revidiert und neu gekürzt werden. Die Aussichten der Geldsammlungen in der Welt verschlechtern sich zusehendst, durch die Verarmung der Juden iuM durch die jeder internationalen Geldbewegung angelegten Fesseln. Am krassesten trat diese Schwierigkeit zutage bei der Eröffnung des neuen Schuljahres, da für die Ftrage der Reorganisation des Schulwesens mit so stark gekürztem Budget keine Lösung gefunden werden konnte. Der Schulreferent in der Exekutive, Dr. Berkson, glaubte zurücktreten zu müssen. Die Jewish Agency kann redlicherweise die finanzielle Verantwortung für die Erhaltung der Schulen im kommenden Jahre nicht auf sich nehmen, da sie damit rechnet, daß sie die Mittel hierfür nicht besitzen wird. Wer nun eigentlich die Schulen verwalten soll, darüber ist man sich noch nicht klar geworden. Wenn auch schließlich mit einiger Verspätung die Eröffnung durchgeführt wurde, so ist doch das gegenwärtige System, den Lehrern monatelang die Gehälter schuldig zu bleiben, unhaltbar, und die nächsten Wochen werden eine Umorganisation bringen müssen, die leider mit persönlichen Opfern verbunden sein wird, da viele Klassen geschlossen werden müssen, eine Erscheinung, die wir heute auch in anderen Ländern, wie'Deutschland und England, erleben. Die Exekutive baut inzwischen eifrig auch ihren Beamtenapparat ab. Nach den letzten Aufstellungen des Schatzmeisters, Doktor Senator, ist die Jewish Agency keineswegs passiv, aber ihre Aktiven sind eingefroren und es mangelt an Betriebskapital. Das palästinensische Wirtschaftsleben selbst ist bisher noch relativ wenig von der Krise mitgenommen. Vielen Juden erscheint heute angesichts der aussichtslosen Lage in anderen Ländern Palästina als erwünschtes Einwanderungsgebiet. Gerade unter den noch einigermaßen bemittelten Schichten zeigt sich ein großes Auswanderungsbedürfnis und lebhaftes Interesse für Palästina. Unter diesen Umständen wäre es von größter Bedeutung, wenn es der Jewish Agency gelingt, bei der Regierung durchzusetzen, daß der Mindestbetrag, auf Grund dessen die Einwanderung der sogenannten Kapitalisten-Kategorie gestattet wird, von 1000 auf 500 Pfund herabgesetzt würde. Es verlautet, daß die Regierung diesem Wunsche günstig gegenübersteht. Dagegen erheben sich naheliegende Bedenken wegen einer übermäßigen Einwanderung unbemittelter Elemente in diesem Moment, da die Jewish Agency, die die materiellen Lasten der unbemittelten Einwanderung zu tragen hat, sich nicht der Gefahr übermäßiger Belastung aussetzen darf. Dennoch wäre zu wünschen, daß die Jewish Agency von der Regierung auch eine größere Zahl Einwanderungs-Zertifikate zugewiesen erhält, die sie dann mit entsprechender Sorgfalt zu verteilen hätte. WIRTSCHAFT. Von a. b—e, Jerusalem. Wer heute von Europa aus die Wirtschaftslage in Palästina betrachtet, wird zu seinem Erstaunen feststellen, daß dieses kleine Land von der internationale Krise nur in geringem Umfange berührt zu sein scheint. Weder bietet die Zahl der Arbeitslosen ein aktuelles Problem, noch findet er in

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