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Palästina · 1931-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1931) · p. Seite 390

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1931)
Article
Der Bericht der britischen Regierung an den Völkerbundrat
Date
1931-10-01
Page
Seite 390 (sequence 4)
Language
German
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länder steht? Die Tatsache ist wohlbekannt, daß Palästina nicht sonderlich reich an solchen natürlichen Hilfsquellen ist, die in jenen Ländern fehlen. Sein Boden ist nicht durch besondere Fruchtbarkeit gesegnet. Es gibt für den wirtschaftlichen Vorsprung dieses Landes einfach keinen anderen Grund als den ununterbrochenen Zustrom jüdischen Kapitals, welcher, mit allen unausbleiblichen Rückwirkungen, einen ungeheuren Antrieb für die allgemeine Entwicklung Palästinas bedeutet. Es ist erstaunlich, daß die Palästina-Regierung all das übersehen haben sollte. In ihren früheren Jahresberichten wurde, w\ann auch nur ganz kurz:, die Aufmerksamkeit auf den allgemeinen und positiven Wert der jüdischen ökonomischen Leistungen gelenkt. Der diesmalige Bericht an den Völkerbundrat gibt Rechenschaft über die Zustände im Lande und über die Entwicklung daselbst, während der letzten zehn Jahre; die Regierung hat es nicht für notwendig befunden, den entscheidenden Einfluß jüdischen Schaffens auch nur zu erwähnen. Der Bericht unterstellt, daß jüdische Investitionen, Arbeit und ununterbrochene Anstrengungen nicht entscheidende Faktoren für die Entwicklung des Landes sind, indem er einfach die wahren Tatsachen des jüdischen Anteils am ökonomischen und finanziellen Fortschritt des Landes verschweigt. IL Das Gesamteinkommen der Palästina-Verwaltung im Jahre 1930 war 2,389.546 gegen 2,323.527 Pfund im Jahre 1929. Diese Zunahme ist, wie bereits erwähnt wurde, hauptsächlich der Erhöhung der Zolleinnahmen und in gewissen Maße jener der Taxen und Landregistrierungsgebühren zuzuschreiben, die eine Summe von 248.371 gegen 230.844 Pfund im Jahre 1929 aufweisen. Post und Telegraph trugen auch mehr ein — 220.384 gegen 207.288 Pfund. Bei all diesen Einnahmsquellen tragen den größeren Teil die Juden, welche nach verläßlichen Schätzungen 50 Prozent der Zolleinnahmen, 70 Prozent von Post und Telegraph, 38 Prozent der Gebühren usw. beitragen. Andererseits fielen 1930 die Einnahmen an Lizenzen, Gebühren und Steuern — hauptsächlich der landwirtschaftlichen — auf 740.664 gegen 761.823 Pfund im Jahre 1929, der x\nteil der jüdischen Gemeinschaft an dieser Einnahmsquelle betrug nur 28 Prozent. Man ist daher berechtigt, zu sagen, daß, wenn sich das Staatseinkommen im Jahre 1930 nicht verringert hat, sich die von der jüdischen Gemeinschaft getragene Last im Jahre 1930 nicht verringert, sondern sogar vermehrt hat. Gemäß verschiedener Schätzungen erreicht der Beitrag der Juden am Budget 45 Prozent des Gesamtbetrages, das ist eine Summe von mehr als einer Million Pfund. Die Gesamtausgaben erreichten im Jahre 1930 eine Höhe von 2,536.505 gegenüber der des Jahres 1929 mit 2,140.032 und zeigten daher am Ende des Jahres einen Abgang von 146.959 Pfund. Dieses Defizit war jedoch nur der ungerechten Besteuerung zuzuschreiben, die dem palästinensischen Steuerzahler die Summe von 232.180 Pfund auflud, um die transjordanische Grenzmacht zu verstärken. Es ist vollkommen unverständlich, warum diese Last dem palästinensischen Budget auferlegt werden soll. Am 19. Februar kündigte Dr. Shiels im Unterhause an, daß das Kolonialamt endlich die Ungerechtigkeit eingesehen habe, die darin liegt, daß man die Palästina-Verwaltung zwingt, zur Stärkimg von Truppen Beiträge zu leisten, welche hauptsächlich zur Verteidigung Trans-

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