Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1931)
- Article
- Die Aussichten der Erbauung der Bahn Haifa-Bagdad
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 387 (sequence 15)
- Language
- German
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and das wasserreiche Tal des Djalud bedienen — einen natürlichen Verkehrsweg, der seit uralten Zeiten benutzt wurde, aber sonderbarerweise bis heute noch einer regulären Ghaussee entbehren muß. An sie wird sich die künftige Straße des Jordantales anschließen, die einerseits zum Tibeirias-See, andererseits zum Toten Meer (eventuell Mineralien-Transport!) führen wird. Der erste Teil der transjordanischen Strecke (bis zur Hedjasbahn etwa 100 Kilometer lang) wird die fruchtbaren Hänge des Adjlun, des alten Gilead, erschließen, das auch dem Touristenverkehr Anziehungspunkte bietet. Und schließlich führt die letzte mesopotamische Teilstrecke von etwa 150 Kilometer Länge durch fruchtbares Schwemmland zwischen Euphrat und Tigris. Zu den Kosten der zwischenliegenden Wüstenstraße (zirka 750 Kilometer lang) können die Anliegerstaaten billigerweise nicht herangezogen werden. Vielmehr müßten diese von den Hauptinteressenten getragen werden, nämlich der britischen Regierung, den Verkehrs Unternehmungen und den Petroleumgesellschaften. Eine solche Verteilung dürfte das Problem der Kostendeckung, das dem Bau einer Eisenbahn unüberwindliche Schwierigkeiten entgegenstellt, in einer für alle Beteiligten erträglichen Weise lösen. Somit werden wir zu dem Schluß geführt, daß der Bau einer Autostraße Haifa—Bagdad im Bereich der Ausführbarkeit und der finanziellen Möglichkeit liegt und geeignet ist, die tatsächlichen Verkehrsbedürfnisse ausreichend zu befriedigen. Es wäre dringend zu wünschen, daß dieser Gedanke sich weiter durchsetzt, und in absehbarer Zeit zur Tat wird. In dieser neuen Gestalt hätte der ein Jahrhundert alte Traum der Verbindung von Mittelmeer und Persischem Golf endlich Aussicht, seine Verwirklichung zu erleben. Der Bericht der britischen Regierung an den Völkerbundrat. Von H. Frumkin, London. I. Der Bericht der britischen Regierung an den Völkerbundrat über die Ver-« waltung Palästinas und Transjordaniens für das Jahr 1930, der eben publiziert wurde, unterscheidet sich wesentlich von den Berichten der vergangenen Jahre. An Stelle des üblichen trockenen und vielfach sehr knappen Resumes über die im Laufe eines Jahres im Lande geleistete Arbeit, beschäftigt sich dieser Berieht mit fast allen politischen und ökonomischen Problemen, die mit dem Aufbau der jüdischen Heimstätte verknüpft sind, und zwar unter dem Gesichtspunkte des von der Regierung während der ganzen Zeitspanne der Mandatsverwaltung im Lande Geleisteten. Der Bericht ist erfüllt von Selbstzufriedenheit, als ob die Vergangenheit der Palästina-Verwaltüng fleckenlos wäre. Er vermittelt den Eindruck, daß die Administration alles Notwendige für die allgemeine Entwicklung des Landes getan, und daß sie getreulich die mit dem Aufbau der jüdischen Heimstätte verbundenen Verpflichtungen erfüllt habe. Die Bedeutung der jüdischen Leistungen sowie die Rolle, die die Juden für die Entwicklung des ganzen Landes spielen, wird verschwiegen, wodurch die Leistungen der Regierung naturgemäß gesteigert erscheinen.