Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Jewish Agency. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin.
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 340 (sequence 7)
- Language
- German
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malerforderiiis bezeichnet hatte., Wenn man jetzt mit rund 350.000 auskommen will, so ist dies ein Notbudget, das einen radikalen Abbau der Verwaltung und verschiedener öffentlicher Dienste (Erziehung, Gesundheitswesen) nötig macht? und auch dann noch über die Bezahlung der dringendsten Schulden hinaus kaum Beträge für produktive Anlagen, das heißt für den Hauptzweck der Agency, übrig läßt. Wir stehen also in einer Uebergangszeit, wo es darauf ankommt, dafür zu sorgen, daß der Bestand aufrecht erhalten wird und das jüdische Palästina ohne Erschütterungen über die schwere Krise hinwegkommt, damit man später wieder an neue Siedlungsarbeit und Ausdehnung des Nationalheims denken kann. Die Aufgaben, vor denen die neue Exekutive steht, sind keineswegs leichte*. Zunächst sind noch die Beratungen über dem LandenitWicklungsplan und die beabsichtigte Bodengesetzgebung im Flusse. Der Gesetzentwurf der Regierung würde alle Bodentransaktionen überaus erschweren und wird daher von der Jewish Agency bekämpft. Der Landentwicklungsplan ist erst in einem Vorstadiumfc da der neu ernannte Landentwicklungsdirektor French, der am 20. August in Palästina eintraf, zunächst nur Erhebungen zu pflegen hat, die insbesondere die Frage der depossedierten Araber betreffen. Inwieweit die jüdischen Forderungen nach einer Siedlungshilfe für die Juden bei dem Plane Berücksichtigung finden werden, ist noch ganz unsicher. Die neue Exekutive hat jedenfalls ihre politischen Energien vom ersten Tage an voll einzusetzen. Die Arbeitsteilung innerhalb der Exekutive ist zwar noch nicht endgültig durchgeführt, es steht aber schon fest, daß Br odetzky in London und Arlosorof f in Palästina die Politik führen werden. Interessanterweise geht parallel mit diesem Personenwechsel auf jüdischer Seite auch eine fast durchgehende Personal Veränderung auf englischer Seite. Während diese Zeilen geschrieben werden, ist es noch nicht klar, ob die Umbildung der englischen Regierung, die gerade im Zuge ist, auch zu einer Neubesetzung des Kolonialamtes führen wird. (Inzwischen ist Thomas an Stelle von Passfield Kolonialminister geworden. Anm. d. Red.) Aber innerhalb der sogenannten „permanenten" Beamtenschaft des Kolonialamtes hat sich ein bedeutungsvoller Wechsel vollzogen: Der Leiter des Departments für den Mittleren Osten, Sir John Shuckburgh, der mehr als zehn Jahre für die Palästina-Politik verantwortlich war, wurde zum stellvertretenden Unterstaatssekretär ernannt und sein Posten wurde von Mr. A. C. Parkinson beisetzt, über dessen Einstellung zu den Palästina-Fragen nichts bekannt ist. Zum High Commissioner von Palästina wurde an Stelle von Sir John Chancellor General (jetzt Sir) Arthur G. Wauchope ernannt. Hiezu tritt noch als weitere neue Figur der Landentwicklungsdirektor French und sein Assistent Kitching, die in der künftigen Palästina-Arbeit eine gewichtige Stimme haben werden. Auf jüdischer Seite sind die beiden Personen von der Bildfläche verschwunden, die bisher die Hauptlast der politischen Verhandlungen zu tragen hatten, nämlich Weizmann in London und K i s c h in Palästina. Aber wenn auch die Personen wechseln, die Situation und die Probleme sintfl im wesentlichen die gleichen geblieben, und es ist daher nicht anzuntehmen, daß sich eine radikal veränderte Situation herausbilden wird. Es sei noch erwähnt, daß der Kongreß und die Jewish Agency mit vielem Interesse verschiedene Programme bezüglich privater Wirtschaft-