Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Die grundlegenden allgemeinen Fragen bezüglich der Bewässerungsprobleme in Palästina
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 334 (sequence 6)
- Language
- German
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V. Schließlich, last not least, muß Licht in die Frage der Spezialisation gebracht werden. Dießewässerung mit all ihren Problemen ist eine ganz spezielle, komplizierte, an und für sich stehende Sache. Als solche erfordert sie, daß ein Techniker sich in einer speziellen Art damit befaßt, in der Eigenschaft als Irrigationsfachmann im allgemeinen. Er müßte so weit als möglich den Aufgabenkreis der verschiedenen anderen wissenschaftlichen und praktische« Spezialisten, die mit Bewässerung zu handeln haben, abgrenzen. Man muß die Möglichkeit und die Richtlinien der Unterweisung und der Vervollkommnung der Spezialisten schaffen. Nur solche Vorsichtsmaßnahmen werden die Gewähr schaffen, daß Anomalien (Improvisationen der Kompetenzen, Empirismus und Dilettantismus) und folgende Schäden dem einzelnen Landwirt und der palästinensischen Landwirtschaft im allgemeinen vermieden werden. Ich habe mir vorgenommen, i;n diesem Artikel die wirklich brennenden und unabweisbaren Fragen hervorzuheben. Werden diese gelöst sein, so wird eine Reihe von Fragen auftauchen, diie sich aus der regelmäßigen Entwicklung tagtäglich ergeben werden. Ueber sie wird ihrerzeit zu sprechen sein. Rundschau JEWISH AGENCY. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin. Die Jewish Agency tritt nach den Ferien unter stark veränderten Verhältnissen in das neue Arbeätsjahr. Wie überhaupt in der Nachkriegsgeschichte eine Periode jetzt zum Abschluß gekommen zu sein scheint, wie sich für die meisten Länder der europäisch-amerikanischen Zivilisation mit einem Schlage eine ganzi 'neue Situation herausgebildet und neue, unendlich schwierige, präzedenzlose Aufgaben vor der Welt stehen, so ist auch dieses winzige Glied des riesigen 'Körpers, das Ringen des erwachenden Judentums um neue Lebensgrundlagen, jetzt erst in das eigentlich kritische Stadium eingetreten, Die Verflochtenheit von jüdischem Palästinawerk und allgemeiner Weltkrise zeigt sich am deutlichsten auf wirtschaftlich-finanziellem Gebiete. Große Staaten sind heute mit Problemen konfrontiert, die noch vor kurzem niemand geahnt hat; die Parole* unter der so gewaltige Wirtschaftsorganisationen wie England und Deutschland stehen, (heißt Sparen, Einschränkung, Abbau; und wenn die Jewish Agency seit Jahren unter Wirtschaftsnot laborierte, so war dies noch immer ein Kinderspiel gegenüber der Notlage, in der sie sich heute sieht und die offenbar eine Dauererscheinung werden dürfte. Und naturgemäß trifft dieser Zustand ein Werk, das erst im Werden ist, das auf dauernde Vergrößerung durch Kapitalaufwand und langfristige Investitionen angewiesen ist, empfindlicher in ihrem Lebensnerv als Völker, deren Volksleben soziologisch gesichert ist und bei deinen zwar innere Erschütterungen und Umbildungen möglich sind, aber keine Vernichtung droht. Es ist klar, daß ein solcher Zustand die äußerste Anspannung von Intelligenz und Tatkraft seitens der verantwortlichen Körperschaften erfordert. Denn nur durch bewußte Lenkung und Variaussicht, durch mutiges Vorbeugen? und ordnenden Eingriff kann die Katastrophe vermieden werden. Es handelt sich darum, gewappnet zu sein, um das Schiff durch eine schwere Ueberganszeit, deren Dauer nicht