Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Die Industrie in Palästina
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 304 (sequence 15)
- Language
- German
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einige Industrien in Palästina sind, aber er glaubt, daß lange Jahre vergehen werden, bis Palästina ebenso Industriewie Agrarland sein wird. Im Wesen kann man dem beistimmen, aber wichtiger, als sich darüber Gedanken zu machen, ist, auf die vorhandenen Industrialisierungsmöglichkeiten hinzuweisen. Palästina hat im Falle einer dichtem jüdischen Ansiedlung große Aussichten zur Entwicklung einer landwirtschaftlichen Industrie. Und vielleicht wird auf diesem Wege die ökonomische Frage des Landes ihre Löjsung finden. Heute führt Palästina nicht nur Fabrikate, scindarn auch Produkte der Landwirtschaft in großem Maßstab ein. Das Land erzeugt also nicht genug der letzteren für den inneren Konsum. Die Passivität der Handelsbilanz kann nur durch Erhöhung der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion gebessert werden, wozu eine dichte Besiedlung des Landes durch Juden nötig ist, welche das Land zu einem Matrkt für die Industrie und die intensive Landwirtschaftsentwicklung machen würde. Die Lösung der Probleme der ökonomischen Entwicklung Palästinas in der Zukunft liegt in der Schaffung eines Wirtschaftskörpers mit harmonischem Zusammenhang von Industrie und intensiver Landwirtschaft. Die Strömungen und die politischen Organisationen der palästinensischen Araber. Von Michael Assaf, Tel-Avlv, Einleitung. Bis zur Revolution der Jungtürken im Jahre 1908 gab es keine besonderen politischen Strömungen unter den palästinensischen Arabern. Sie ermangelten sogar des ersten organisatorischen Zeichens einer jeden politischen Strömung: eines Zeitungsqrgans. Der Begriff „Falestin" war nicht identisch mit den Grenzen Palästinas, die nach dem Weltkriege festgesetzt worden waren. Palästina war den Valiaten Beyruth und Damaskus angeschlossen und nur von Jäffa gegen Süden zu bestand ein eigener Jerusalemer Sandschak mit den Rechten eines Vailiat, und zwar unter direkter Oberaufsicht der Regierung von Konstantinopel. Vom ökonomischen Standpunkt aus gab es keine Grenzen zwischen Palästina und den übrigen Teilen des ottomanischen Reiches. Die orthodoxen Muselmänner standen un(ter dem kulturellen Einfluß der religiösen Universität Al-Azhar in Kairo und die meisten aufgeklärten Araber unter dem der Universitäten in Beyruth, und zwar der amerikanischen und der französischjesuitischen. Die kulturellen Einflüsse waren zugleich politische: Von Al-Azhar kam ein Strom des Pan-Islamismus, von den Universitäten in Beyruth ein Strom arabisch-nationaler Bestrebungen. Die Presse kam ebenfalls aus Aegypten und Syrien. Die Strömung aus Kairo war für Friedensbeziehungen zur Türkei, als der einzigen muselmanischen „Macht" in der Welt, und warnte vor der iFalle des Christentums und dessen imperialistischen. Agenten, die den Islam vernichten wollten; die Beyruther Strömung zog den Haß der Türkei groß, die verfault und unterjochend sei, entwickelte romantisch-historische Gefühle und weckte das Streben nach einer politischen nationalen Renaissance auf