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Palästina · 1931-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1931) · p. Seite 303

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1931)
Article
Die Industrie in Palästina
Date
1931-07-01
Page
Seite 303 (sequence 14)
Language
German
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partes zusammen. Das Hinterland von Palästina, Aegypten, Syrien, Irak uswhat Bedarf an Textilwaren und infolge der geographischen Nähe von Palästina hat die Industrie Aussichten, diesen Markt in den von ihm verlangten Webwaren zu befriedigen und sich bedeutend auszudehnen. Gestützt auf die große Anzahl von Kleinbetrieben glaubte Simpson, diese entspräche der Besonderheit des Landes und hegte Zweifel daran, ob größere Industrien Existenzmöglichkeiten hätten. In den Bemühungen zur Schaffung einer Textilindustrie in größerem Umfang sieht er eine GeJahr für die wirtschaftliche Zukunft des Landes, da eine solche Industrie nicht die von der Histadruth der Arbeiter verlangten hohen Löhne zahlen könnte und die Fabriken gegen jene mit viel vollkommeneren Maschinen und viel niedrigeren Arbeitslöhnen nicht konkurrieren könnten. Simpson sagte das, obzwar er die geschilderten, Erfolge der Textilindustrie in Palästina kannte. Kein Zweifel, daß bei Nachlassen des politischen Druckes auch die Investitionen des Kapitals und die Pionierarbeit des kleinen Industriellen zunehmen werden. Die Elektrifizierung des Landes wird eine neue Epoche für die Entwicklung der Industrie bedeuten, ebenso die Fertigstellung des Hafens von Haifa, durch den die Stadt ein bedeutendes Handelsemporium des östlichen Mittelmeeres werden wird. Der Wert der jüdischen Menschen, die als Pioniere der Industrie nach Palästina gehen, wird dann erkannt werden. Noch im Jahre 1925, als die jüdische Industrie: im Lande die ersten Schritte machte, schrieb Herbert Samuel in seinem Abschlußbericht *): „Wenn diese Bewegung in ihrem gegenwärtigen Ausmaß (at its present rate) anhält, so werden in einer einzigen Generation Jaffa und Haifa die hauptsächlichen industriellen (manufacturing) Zentren des nahen Ostens werden." Inzwischen ist tatsächlich eine große Entwicklung der Industrie, wie geschildert, erfolgt und sie steht vor einer neuen aussichtsreichen Epoche. Simpson zitiert eine Aeußerung des Direktors des Handelsdepartments, wonach eine Prüfung des Fabrikatenexports nicht zeige, daß eine rasche Ausdehnung (rapid extensioii) der Industrie vorliege. Aber die oben gegebenen Ziffern machen klar, daß eine von Jahr zu Jahr fortschreitende Entwicklung des Industrieexports vor sich geht und auch der inländische Markt immer m-ehr einheimische Erzeugnisse aufnimmt, welche die ausländischen verdrängen, wodurch die Außenhandelsbilanz in der Post „Fabrikate" verbessert wird. Dies macht sich natürlich in der Gesamtziffer der Importe nicht so fühlbar, als bei den einzelnen Warentiteln, weil Erez-Israel in der Aufbauepoche steht und noch lange Zeit gezwungen sein wirkl, viele Waren aus dem Ausland zu beziehen, wie zum Beispiel Maschinen, Baumaterialien, Heizmaterial, chemischen Dünger und andere zu Aufbauzwecken für Industrie und intensive Landwirtschaft nötige Waren. Und da der Industrieexport keine genügende Unterstützung seitens der Regierung findet, kann man erst würdigen, was die jüdische Industrie erreicht hat, unter Verhältnissen, wie in keinlem anderen Lan$e, denn in jedem wird die Industrie protektdonistisch geschützt. Bloß die Juden mit ihrer Zähigkeit und ihrem Opfersinn für den Aufbau ihrer "Heimat waren imstande, unter solchen Bedingungen die Industrie zu ihrem jetzigen Stand zu entwickeln. Der Direktor des Handelsdepartments weiß, daß Aussichten für *) Report 1920/25, Seite 19.

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