Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- Probleme der Finanzierung des Palästina-Aufbaues
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 258 (sequence 10)
- Language
- German
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258 ^er neu^e von der General Mortgage Bank gegeben werden soll. Der Gesamtbetrag der gegen erststellige Hypotheken ausgeliehenen Mittel belief sich Ende 1930 auf 181,531 Pfund. Aber auch diese Bank, deren Geschäftsführung den Grundsätzen erstklassiger Sicherheit entspricht, gewährt keine Baukredite oder Hypotheken auf Häuser, die noch im Bau befindlich sind, sondern ausschließlich auf Häuser, die schon bewohnt oder bewohnbar sind. Die Bank hat sich ferner in ihrer Kreditgewährung ausschließlich auf Tel-Aviv beschränkt und in den übrigen Städten und Kolonien bisher keine Darlehen gegeben. Das Problem der Hypothekenbank ist heute, den Absatz ihrer Pfandbriefe in Amerika und Europa (sie hat bekanntlieh sowohl Sterlingwie Dollarpfandbriefe) in größerem Maßstab sicherzustellen. Ein ähnliches Problem liegt auch etwa für das Industriedepartement der A. P. B. vor, das gleichfalls eine Kapitalerweiterung braucht, um seinen Umsatz steigern zu können. Theoretisch gesprochen sollten beide Institute ihren Kapitalbedarf autonom, durch direkten Zugang zum Kapitalmarkt (Absatz von Pfandbriefen und Obligationen) decken können. Es sollte auf diese Weise gelingen, große Beträge, besonders der in städtischen Häusern festgelegten Kapitalien wieder zu mobilisieren. Praktisch gesprochen trifft selbst der Absatz der sehr guten Hypothekenpfandbriefe, die 6,5 bis 7 Prozent Zinsen tragen, im Ausland auf diejenigen Widerstände, mit denen ein einzelnes palästinensisches Kreditinstitut, das im Ausland um Kapital wirbt und dessen Papiere weder von der Regierung garantiert, noch zur Börsennotiz zugelassen, also stets realisierbar sind, zu rechnen hat. Diese Widerstände müssen überwunden oder ihre Gründe beseitigt werden, bevor praktisch eine Erweiterung des Kapitals für diese Zwecke in einem angemessenen Umfang erfolgen kann. Eine weitere Art des langfristigen Kredits, der in den letzten Jahren in Palästina nachgefragt wurde, ist der Geldbedarf alter und fest etablierter Orangenpflanzer für eine weitere Vergrößerung ihrer Wirtschaften durch Neu anläge von Plantagen. Es ist nicht zu bestreiten, daß viele dieser Privatwirtschaften in den Kolonien sich in einem ökonomischen Zustand befinden, daß sie eine gesunde Kreditbasis zu einer langfristigen Verschuldung abgeben können. Aber ich bestreite auf das Entschiedenste — und hier ist einer der interessanten Fälle von Widerspruch zwischen privatwirtschaftlichen und nationalwirtschaftlichen Interessen — daß ein nationales oder kolonisatorisches Interesse vorliegt, einem Orangenpflanzer, der zum Beispiel