Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Der Bericht Stricklands über Kooperativen in Palästina
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 215 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379892-2379896-2393319--12114-2393602- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
(Zusammenlegung zerstreuter Grundflächen) und der Mafruzierung (Teilung des: Gemeineigentums) und schlägt eine Reihe anderer Verbesserungen vor. Schon dieser kurze Auszug aus dem Bericht zeigt, daß wir hier zum erstenmal bei einem Experten der Regierung die volle Einsicht finden, daß die schlechte Lage der Fellachen in keiner Weise durch die jüdische Kolonisation, sondern vor allem durch den Wucher ihrer Volksgenossen verursacht ist, daß die jüdische Kolonisation vielmehr auf die arabische Landwirtschaft wohltätig wirkt, in den Kooperativen vorbildlich ist und daß die Araber sogar ein wirtschaftliches Interesse daran haben, den Juden Boden zu verkaufen. Der Vor>- schlag, von Regierungswegen dem jüdischen Hypothekenmarkte größere Mittel zuzuführen, ist außerordentlich begrüßenswert. Er ist viel konkreter ausgearbeitet, als der noch ganz schleierhafte „Landentwicklungsplan" Simpsons und könnte bei gutem Willen der Verwaltung in kürzester Frist ausgeführt werden. Rundschau POLITIK. Von G. Arlosoroff^Goldberg, Tel-Aviv. Das Tempo der politischen Entwicklung in Palästina hat sich in den letzten zwei Monaten beschleunigt. Innere und äußere Anstöße wirkten zusammen, um eine neue Stellungnahme weiterer Kreise, die Diskussion neuer Fragen, eine besondere Labilität der Stimmung hervorzurufen. Durch den Brief Mac Donalds an Dr. Weizmann, der bestimmt war, die schärfsten Ecken des Weißbuches von 1930 abzuschleifen, war unter den Juden des Landes eine Erleichterung der Stimmung zu spüren gewesen. Jedoch zeigte sich auch die andere Seite der Medaille ohne Verzug. Die arabische Presse, die seit einigen Monaten einen versöhnlicheren Ton angeschlagen und die Kooperation mit der Mandats* regierung befürwortet hatte, schlug um und überließ sich von neuem einer ungezügelten Propaganda gegen Regierung und zionistische Pläne. Angesichts dieser Aenderungen schien manchen Juden der Brief Mac Donalds vielleicht ein wenig teuer bezahlt. Aber jetzt — post factum — war nichts mehr zu ändern und die Dinge nahmen ihren Lauf. Eine außerordentliche Verschärfung der nationalen extremistischen Haltung brachte der Propagandafeldzug des indischen moslemischen Führers Shaukhat Ali, der, nachdem er seinen Bruder in Jerusalem hatte beisetzen lassen, die Küstenländer des Nahen Ostens besuchte und dabei für eine Belebung des Panislamismus arbeitete. In seinen Reden, die sich vor allem gegen westliche Sitten, Begriffe und Methoden wandten, ging er recht ungeschminkt gegen die Juden vor, die im Lande die Träger moderner, das heißt in diesem Falle europäischer Ideen sind. Sein Plan, Jerusalem zu einem der wichtigsten Zentren der panislamischen Bewegung zu machen und zu diesem Zwfecke hier eine moslemische Universität zu gründen, ist ebenfalls durchsichtig in seinen antijüdischen Hintergründen- Obwohl diese Propaganda einen ausgesprochen religiösen Charakter trug, hat sie doch vor allem nationalen Wert. Denn sie kämpft für ähnliche Ziele, wie die national-arabische Bewegung und hat es auch — gelegentlich mit einigem