Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Der Bericht Stricklands über Kooperativen in Palästina
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 212 (sequence 2)
- Language
- German
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Zahlungen pünktlich zu leisten und der Genossenschaft Treue zu halten. Es muß, sagt St., ausdrücklich erklärt werden, daß durch Schaffung einer Agrarbank, wie sie die Fellachen selbst verlangen, obzwar sie keine genaue Vorstellung von ihr haben, das Ziel nicht erreicht werden kann. Diese ist für langfristige Kredite ausgezeichnet, aber nicht für laufenden Geldbedarf der Bauern, also für kurzfristigen Kredit. Für solchen könnte die Bank nicht dieselbe minutiöse Aufsicht über die Verwendung der Gelder führen, wie die Kreditgenossenschaften, und nur diese erziehen ihn zur Selbstverwaltung. Strickland schlägt vor, in jedem arabischen Dorfe solche Kooperativen nach dem deutschen Raiffeisensystem zu gründen. Beihilfe der Regierung könnte durch Bereitstellung der 22.000 Pfund, die noch von der früheren ottomanischen Agrarbank vorhanden sind, gegeben werden. Eine zentrale Kooperativbank sollte die Genossenschaften zusammenfassen. (Wir übergehen die Details, da diese Materie ja aus der europäischen und der jüdischen Erfahrung in Palästina genügend bekannt ist.) Für die alten Schulden müssen die Genossenschaften Zinsherabsetzunjgen und erschwingliche Rückzahlungsraten durchsetzen. Die Araber in die bestehenden jüdischen Kreditkooperativen aufzunehmen, empfiehlt sich nicht, diese würden zu groß werden, sich über mehrere Dörfer erstrecken und die Mitglieder ungleichmäßig sein. Der Geist in den jüdischen Kooperativen ist sehr gut, sie sind gut organisiert, sie bedürfen nur einer öffentlichen Kontrolle. Stricklanjd führt aus, wie di>e Aufsicht der Regierung zu organisieren und Streitfälle zu schlichten Wären. Die Kooperativen sind auch die richtigen Kanäle, durch die agrarische Kenntnisse verbreitet werden können. Ueber die Frage der Kooperativen für den Verkauf äußert sich Strickland, daß die Araber nur schwer zur Bildung von solchen zu bringen seien. In bezug auf Orangen sollten sie aber mit den jüdischen Genossenschaften kooperieren. Was Milch betrifft, so werden die Araber Fortschritte dort machen, wo sie in der Nähe der jüdischen Kolonien, die solche produzieren, siedeln. Auch in den Städten sollten Kooperativen gebildet werden. Strickland hält es für möglich, daß jüdische städtische Genossenschaften arabische Produzentengenossenschaften finanzieren werden. Was langfristige Kredite betrifft, so haben die Juden verschiedene Quellen dafür (Zentralbank, Mortgage Bank usw.). Im allgemeinen ist gegenwärtig langfristiger Agrarkredit nur den Juden gegenüber praktikabel. Eine Agrarbank soll, wie schon gesagt, nicht gegrünidet werden* da für eine solche die wirtschaftlichen und finanziellen Grundlagen fehlen. Die einzig mögliche Art für langfristigen Kredit wäre die Schaffung eines Darlehenfonds der Regierung. Ueber die Verwendung des Fonds sagt Strickland: Zunächst ist es unnötig, jüdische Kreditnehmer, die genügende Sicherheit bieten, derselben peinlichen Kontrolle zu unterziehen, wie Araber, die als Gemeinschaft weniger vorsichtig zu sein pflegen. Ich würde daher der jüdischen Gemeinschaft anbieten, daß, wenn sie die Ausgabe langfristiger Pfandbriefe entweder durch eine speziell von Juden begründete Hypothekenbank oder durch ein Konsortium der bereits mit langfristigen Agrarkrediten beschäftigten jüdischen Institutionen (Zentralbank der Kooperativen, Palestine Corporation, Pa-*> lestine Mortgage and Credit-Bank, vielleicht Anglo Palestine Company) ermöglicht, die Regierung Pfandbriefe in der gleichen Höhe übernimmt wie jeweils