Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Die öffentlichen Finanzen Palästinas, Transjordaniens, Syriens und des Irak
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 122 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379892-2379895-2392984--11854-2393195- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ein ganz anderes Bild bietet Irak. Nach dem letzten Bericht der Verwaltung Iraks an den Völkerbund, bestehen dort überhaupt nur 100 Meilen von an der Oberfläche makadamisierten Straßen. Der Rest des Netzes besteht aus nur zweit- und drittklassigen Straßen, die für den Motorfahrzeugverkehr ungeeignet sind. Obzwar das Flächenausmaß Iraks sechzehnmal größer ist als das Palästinas, ist der größte Teil der städtischen und ländlichen Gebiete für Fahrzeuge unbenützbar während des ganzen Jahwes. Aehnliche Zustände sind auch in Transjordanien vorherrschend. In den Jahresberichten sind über die Länge der Straßen keine Ziffern veröffentlicht worden, es wurde nur angegeben, daß deren Länge sejir gering ist und die große Mehrzahl der Straßen während der Regenzeit für den Motorverkehr ungeeignet ist. Im Gegensatz dazu wurden in Syrien große Arbeiten zum Bau und zur Verbesserung der Straßen und zur Errichtung öffentlicher Bauten unternommen. Die große, 570 Kilometer lange Straße, die der Küste entlang läuft, wurde wieder hergestellt. Viele alte Straßen, die die im Innern gelegenen Teile des Landes miteinander verbinden, wurden frisch angelegt und verbessert und neue gebaut. Ein großer Teil von Libanon würde asphaltiert. Die wichtigsten Wüstenwege wurden neu trassiert und ausgebessert, usw. Obzwar die syrische Regierung den öffentlichen Arbeiten das größte Interesse zuwendete, wurden zumeist Straßen erbaut und ausgebessert. Wir sind geneigt anzunehmen, daß dieses besondere Interesse der französischen und syrischen Regierung für Straßen im Zusammenhang mit strategischen Zwecken steht, die selbstverständlich gute und sichere Verbindungswege erheischen. Aus dieser kurzen Uebersicht der Budgets für öffentliche Arbeiten und Bauten geht hervor, daß idie ausgeführten Arbeiten Palästinas in dieser Richtung bedeutend größer waren, als die von Irak und Tra'nsjordanien, und ähnlich sind jenen in Syrien. Wir müssen wieder hervorheben, daß die jüdische Einwanderung, die nach Palästina europäische Methoden des Verkehrs brachte^ den Touristenverkehr entwickelt, die Staatseinnahmen vermehrt und die Regierung dadurch in die Lage versetzt hat, eine Reihe öffentlicher Arbeiten durchzuführen, die abgesehen von unmittelbarem öffentlichen Nutzen und der Steigerung der Repräsentation des Landes, auch dem Bewohner als neue Einnahmsquelle dienten, sowohl durch die Bezahlung der verschiedenen Arbeitsleistungen als der gelieferten Materialien. 7. Schulden und Pensionen. Bloße Ziffern der Ausgaben im Jahre 1929 können uns einen genauen Einblick in die wahre Situation in dieser Hinsicht nicht geben. Die für irgendein Jahr angegebenen Ziffern über die Höhe der rückgezahlten Schulden können nicht als richtiges Beispiel gelten für die jährlichen Schuldenrückzahlungen, weil der größte Teil dieser Post der Ausgaben großen Veränderungen von Jahr zu Jahr unterworfen ist. Z. B. waren es im Jähre 1929 nur 118*707 Fffijnid, die für (Schuldenrückzahlungen ausgegeben wurden, während es im Jahre 1927 826.539 Pfund waren (infolge der großen Zahlung zur Tilgung des Anteils Palästinas an der ottomanischen Staatsschuld). Wir wollen uns daher auf einen Ueberblick über den Stand der allgemeinen Schulden beschränken. Ueber einen Teil wurde schon kurz im 1. Kapitel eine Untersuchung angestellt.