Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Die öffentlichen Finanzen Palästinas, Transjordaniens, Syriens und des Irak
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 119 (sequence 8)
- Language
- German
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Was zeigen nebenstehende Ziffern? Prüfen wir jede einzelne Post nach der Reihe. 1. Verteidigung und Polizei. Mehr als einmal wurde versucht, die öffentliche Meinung davon zu überzeuge^., daß die Durchführung des Mandats mit dem Ziel der Errichtung einer Jüdischen Nationalen Heimstätte die Bewohner Palästinas ebenso wie die britische} Regierung in bezug auf die Aufrechterhaltung der Sicherheit in schwejre Unkosten stürzt. Was die britische Regierung betrifft, so ging aus dem ersten Kapitel deutlich hervor, daß Palästina das einzige Mandatsland ist, in dem>( verglichen mit den entsprechenden Ausgaben, die in den benachbarten Maqdatsländern dafür aufgewendet werden, die Kosten für die Erhaltung der Truppen ganz geringfügige sind. Außerdem, selbst in bezug auf jene Ausgaben für die Sicherheit, die in den betreffenden Mandatsgebieten von den Verwaltungen bestritten und von den Landesbewohnern aufgebracht werden, also nicht von der Schutzmacht^, nimmt Palästina eine besonders ausgezeichnete Stelle ein. Aus obenstehender Tabelle können wir ersehen, daß Palästina nur 26.27 Prozent für „Sicherheit" verausgabt, während Transjordanien 36.36 Prozent (oder vielmehr 50 Prozent, wenn eine gerechte Verteilung der Ausgaben für die Erhaltung der Grenztruppen bestehen und Transjordanien seinen vollen Anteil für diese Kräfte beitragen würde), Irak 37.93 und Syrien 30.72 dafür ausgibt. Selbst wenn wir die Ausgaben per. Kopf in Betracht ziehen, sehen wir, daß die Ausgaben Palästinas für Sicherheit nicht höher sind als die in Irak und niedriger als in Transjordanien (bei einer gerechten Aufteilung der Kosten für die Grenztruppen, siehe Bemerkung 4 der früheren Tabelle). Ein Vergleich der Ausgaben nur in bezug auf ihre Höhe in Geld ist jedoch ungenügend, um ein genaues Bild der quantitativen Zusammensetzung der Streitkräfte zu liefern, die zur Verteidigung und Sicherheit gehalten werdenin dieser Beziehung sind die Zahlen von Intejresse, die in den Berichten an den Völkerbund für das Jahr 1929 gegeben wurden. Palästina unterhielt zu dieser Zeit 2324 Mann Polizeikräfte, und zwar Polizisten und Inspektoren. Wenn wir hiezu die Hälfte der Gjrenztruppen rechnen, so erhalten wir insgesamt 2715, was bedeutet, daß per Tausend Einwohner drei Personen zur Aufrechthaltung der Sicherheit gehalten werden. Die entsprechende Gesamtziffer der in Transjordanien zur Aufrechthaltung der Sicherheit verwendeten Kräfte beträgt 1244, oder 4.1 per tausend Einwojiner. In Irak waren zur gleichen Periode 7666 Polizisten und Polizeioffiziere sowie 10.500 Mitglieder der einheimischen Truppe (unabhängig von der in Irak stationierten britischen Truppe), vorhanden, was einen Durchschnitt von 5.6 per tausend Einwohner gleichkommt. Syrien unterhielt zu gleicher Zeit 18.048 Mann Polizei, Gendarmerie und lokale Militärkräfte, mit deren gesamten Kosten das lokale Budget belastet wird. Das entspricht einem Durchschnitt von 6.1 per tausend Einwohner in Syrien (abgesehen von den französischen und Kolonialtruppen, die dauernd im Lande gehalten werden). Nach Prüfung all dieser Zahlen ist jede weitere Erklärung unnötig, um zu beweisen, daß die Ausgaben Palästinas für Aufrechterhaltung der Sicherheit sowohl in Geld als an Personen geringer sind, als in jedem anderen benachbarten Mandatsgebiet. 2. Erziehung. Wenngleich die Ausgaben für Erziehung, nach dem perzentuellen Anteil an dem Gesamtbudget betrachtet, sich nicht stark in den be-