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Palästina · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 112

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Bemerkungen zum Bericht von Sir John Hope Simpson
Date
1931-03-01
Page
Seite 112 (sequence 17)
Language
German
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jüdischen Siedlungen leben, bilden nur einen kleinen Bruchteil der von Hope Simpson als landless bezeichneten Familien. 31. Es ergibt sich aus all dem Gesagten, daß die Einführung des Wortes „landless" in den Bericht Hope Simpsons und die Behauptung, daß 29.4o/o der dörflichen Bevölkerung Palästinas landless seien, eine große Verwirrung, angerichtet und den wirklichen Tatbestand verdunkelt hat. Die Zusammenfassung der tenarits, der Handwerker, der erbberechtigten Söhne und der Lohnarbeiter unter dem Begriffe „landless" ist vom wirtschaftlichen Gesichtspunkte aus durchaus falsch. Sie ist geeignet, in dem Leser des Berichtes den Eindruck zu erwecken, als ob es sich hierbei ausschließlich um Familien handelt, die durch Mangel an Boden von der Beschäftigung in der Landwirtschaft ferngehalten würden. In Wirklichkeit ist ein großer Teil dieser Leute als Pächter oder als erbberechtigte Söhne in der Landwirtschaft tätig, ein anderer Teil gehört anderen für die dörfliche Bevölkerung notwendigen Berufen an und nur ein kleiner Teil sind Lohnarbeiter, auf welche der Begriff „landless" zutrifft. Wenn eine unparteiische Untersuchung darüber veranstaltet wird, wieviel Pächter-Familien durch die Bodenkäufe der Judon au9 der Landwirtschaft verdrängt sind, so wird die Zahl sicher unter 1000 zurückbleiben. Aber auch diese haben — obwohl eine rechtliche Verpflichtung in diesem Umfange dazu nicht vorlag — von den jüdischen Gesellschaften Geldentschädigungen erhalten, die pro Familie etwa durchschnittlich 40 Pfund betrug (mehr als der Jahresverdienst des Fellachen). Das bedeutet für den Fellachen ein ziemlich bedeutendes Kapital, mit dem er entweder sich von seinen Wucherschulden (die nach Hope Simpson p. 68 durchschnittlich 27 Pfund betragen) befreien oder einen anderen Beruf einschlagen konnte. Bei der von Hope Simpson betonten schlechten Lage des Fellachen hat sein Uebergang zu einem anderen Berufe für ihn in vielen Fällen wahrscheinlich eher eine Verbesserung als eine Verschlechterung seiner wirtschaftlichen Lage herbeigeführt. Die öffentlichen Finanzen Palästinas, Transjordaniens, Syriens und des Irak« Eine vergleichende Studie von H. Frumkin, Tel-Aviv. I. Der Stand der öffentlichen Finanzen, die Höhe ihrer Einnahmsquellen, der Betrag und die Verwendung ihrer Ausgaben, die budgetäre Lage des Schateamtes, spiegeln häufig die allgemeine Lage der Volkswirtschaft wieder und geben einen Gradmesser der erreichten Entwicklung und der Größe und Richtung der wirtschaftlichen Kräfte die im betreffenden Lande tätig sind. In den letzten zwei Jahren wurden einige bedeutende Untersuchungen in bezug auf die Lage der Volkswirtschaft Palästinas gemacht. Es wäre jedenfalls angezeigt, solche auch auf die Volkswirtschaft der benachbarten Länder auszudehnen. Auf diese Wedse könnte ein genauerer Einblick in die spezielle Struktur der palästinensischen Volkswirtschaft gewonnen werden, als Ergebnis <der jüdischen Einwanderungsbewegung und der jüdischen Kolonisation.

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