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Palästina · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 97

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Bemerkungen zum Bericht von Sir John Hope Simpson
Date
1931-03-01
Page
Seite 97 (sequence 2)
Language
German
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Diese beiden Grundlagen sind in keiner Weise geeignet, die Folgerungen von Hope Simpson zu stützen. 3. Hope Simpson schreibt (p. 22): „The cadastral survey of Palestine is now in pragress and the Director of that survey has submitted a careful estimate of the total cultivable area of the country, based in part on the area alrea'dy suilveyed and in part on the results of the aerial survey to which referelnce has already been made." Die „cadastral survey" von Palästina hat sich bisher nur auf den Süden Palästinas und einen Teil der Küstenebene erstreckt, dagegen nicht auf das Bergland. Da von der Differenz von 4,189.000 Dunam zwischen den Schätzungen des Directors of Lands und den Schätzungen des Directors of Survey der größte Teil, nämlich 2,926.000 Dunam, auf das Bergland entfällt, so ergibt sich, daß die Schätzung von Hope Simpson für das Bergland sich ausschließlich auf die „aerial" survey (Flugzeugaufnahme) stützen kann. 4. Die aerial survey, von welcher Hope Simpson i(p. 23) selbst sagt: „that the figure obtained by it is of course far from exact", unterliegt folgenden Bedenken: a) Nur ein kleiner Prozentsatz („about one tenth", p. 13) des Gebirgslandes ist von der aerial survey aufgenommen worden, und zwar „a number of tracts selected as representative" (p. 23). Es fehlt jede Angabe, unter welchen Gesichtspunkten die tracts ausgewählt worden sind und weshalb sie als representativ für das Gebirgsland gelten können. b) Obwohl Aufnahmen vom Flugzeug jetzt mit Erfolg benutzt werden, um unbekanjnte Gegenden zu erforschen oder große Landstrecken in allgemeinen Umrissen aufzunehmen, so können sie schwerlich im Einzelnen darüber Aufschluß geben, welche Teile eines bestimmten Dorfes anbaufähig oder nicht anbaufähig sind. Abgesehen davon sind zur Ausdeutung von Flugzeugaufnahmen nur speziell ausgebildete Landmesser fähig, und es ist uns nicht bekannt, daß solche Spezialisten in Palästina vorhanden sind. c) Aus der photographischen Aufnahme kann nur mit größerer oder geringerer Genauigkeit abgelesen werden, wieviel von einer Fläche cult i v a t e d oder non-cultivated ist. Hierbei hängt die Genauigkeit wesentlich davon ab, ob die Aufnahme in einer Zeit gemacht wird, in welcher das Getreide noch auf dem Felde steht. Die Flugzeugaufnahmen sind anscheinend im Juni oder Juli gemacht worden, das heißt zu einer Zeit, als das Getreide größtenteils eingebracht war. Es ist durchaus möglich, daß bearbeiteter Boden deshalb als uncultivated (und uncultivable) angesehen wurde. d) Bei dem primitiven Fruchtwechsel der Araber kommt es häufig vor, daß Land nicht jedes Jahr, sondern nur jedes zweite oder dritte Jahr bearbeitet wird. Auf solchem Lande wachsen sehr schnell Unkräuter auf, und es sieht vom Flugzeug durchaus wie unbearbeiteter Boden aus. 5. Es führt zur Verwirrung, daß Hope Simpson in seinem Bericht zwischen cultivable (kulturfähig) und cultivated (bearbeitet) keinen deutlichen Unterschied gemacht hat. Er hat in einer Unterhaltung mit Col. Kisch ausdrücklich erklärt, daß nach seiner Ansicht aller cultivable Boden in Palästina auch tattatsächlich cultivated ist. Diese Annahme ist durchaus unrichtig, wie sich aus folgendem ergibt: a) In dem 1930 veröffentlichten und von Hope Simpson so häufig zitierten Bericht der Regierungskommission „On the Economic Condition of the Agri-

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