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Palästina · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · p. Seite 54

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Article
Politik. Von Gerda Arlosoroff-Goldberg, Tel-Aviv.
Date
1931-01-01
Page
Seite 54 (sequence 6)
Language
German
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anschließend Reorganisationsvorschläge aufgetragen sind. Auch mit finanziellen. Fragen wird die Kommission sich zu beschäftigen haben. Denn der palästinensische Staatsschatz ist durch die wirtschaftlichen Komplikationen des letzten Jahres in eine prekäre Lage geraten. Der Mangel neuer Investitionen macht sich ebenso bemerkbar wie die katastrophale Lage des Fellachen und wenn die Administration früher gewohnt war, mangelnde Eingänge durch eine Beschneidung der Ausgaben wieder wettzumachen, so wird dieser relativ einfache Weg sich diesmal als schwer gangbar erweisen. Denn gerade jetzt werden von der Regierung neue Arbeiten verf.angt — man denke nur an den Simpson-Report, dessen Forderungen ja nur zum Teil durch eine Anleihe zu füllen sind — und die Verwaltung wird sich zu einer Reorganisierung vieler Apparate bereiten müssen. Die Kommission des Colonial Office ist in aller Still 3 vorbereitet w?orden und wird vermutlich in eben solcher Stille ihre Arbeit verrichten. Das kann für ihre Resultate nur nützlich sein und man muß hoffen, daß damit die "Verwaltung für größere Aktivität ausgestattet wird. Denn es wird immer deutlicher, daß gegenwärtig mit einer Politik des Abwartens und Kontrollierens wenig zu machen ist und ein tatkräftiges Eingreifen in die Wirtschaft des Landes nicht hinausgeschoben werden kann. Das letzte Jahr ist mit der Sammlung von Material vergangen. Es will scheinen, als ob das Colonial Office und die Administration jetzt daran gehen, das Material zu verwerten. JEWISH AGENCY. Von Dr. Robert Weltseh, Berlin. Das letzte halbe Jahr der Tätigkeit der Jewish Agenqy war vollständig beherrscht von dem Kampf um die Richtlinien der künftigen britischen Politik in Palästina. Seit August 1929 ist die 1 politische Frage Palästinas in ihrem vollen Umfange aufgerollt. Der Aufstand der Araber hat die Aufmerksamkeit der ganzen Welt und auch der englischen Oeffentlichkeit in einem Maße, wie es früher nie dar Fall war, auf Palästina gelenkt. Der Versuch, diese Ereignisse in ihrer politischen Tragweite dadurch zu bagatellisieren, daß man sie als das Resultat der künstlichen Hetze einiger Agitatoren hinstellte, mußte mißlingen, da ganz unabhängig von der Frage, wie die Mordtaten von Hebron und Sa'fed verursacht wurden, das politische Problem in seiner ganzen Schwere offen blieb, wie es im Grunde seit der britischen Eroberung Palästinas ungelöst gewesen war. Die jüdische Arbeit konnte in einer Zeit der Ruhe auch bei labilen politischen Verhältnissen vorwärtsschreiten; daß sie nicht größere Fortschritte machte, liegt weniger an politischen, als an wirtschaftlichen und organisatorischen Mängeln; aber zugleich war in den zionistischen Kreisen das Bewußtsein, daß in Wirklichkeit das politische Problem trotz Balfour-Deklagration und Mandat, die nur einen Rahmen schufen, ungelöst ist, außerordentlich schwach. Nur ganz wenige Zionisten wiesen immer wieder auf diesen Sachverhalt, der sich — wenn man schon von den wirklichen Machtverhältnissen als entscheidenden Faktor absieht — aus allen offiziellen Dokumenten der MandataivRegierung und des Völkerbundes klar ergab, hin; sie wurden in ruhigen Zeiten nicht beachtet;, in unruhigen Zeiten mit Entrüstung abgewehrt. Durch diese Verkennung

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