Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Die jüdischen Produktionsgenossenschaften in Palästina
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 5)
- Language
- German
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arbeitet, automatisch ihr Mitglied wird. Jeder zeitweilige Arbeiter, der mehr als 6 Monate in der Genossenschaft arbeitet, wird am Reingewinn beteiligt. Bei Beschäftigung von Lehrlingen muß die Genossenschaft den Kollektivvertrag mit der gewerkschaftlichen Sektion des Hanoar Haowed (Arbeiterjugend) unterzeichnen. Ebenso wurde in den Statuten das Kontrollrecht der „Chewrath Haowdim" (Histadruth als juridische Körperschaft) in allen genossenschaftlichen Angelegenheiten verankert, gleichfalls auch ihr „Vetorecht" gegen Beschlüsse, die genossenschaftliche Prinzipien oder die Statuten der Chewrath Haowdim verletzen. Eine Reihe von Momenten, die sich aus dem Wesen der Produktivgenossenschaft ergeben — Fragen des Kapitals und der Menschenzusammensetzung, die vollkommene Demokratisierung der Leitung — setzen der Erweiterungsmöglichkeit der Produktivgenossenschaft bestimmte Grenzen, und auch wenn die Chewrath Haowdim für viele andere wirtschaftliche Tätigkeiten selbständige, auf anderer Grundlage aufgebaute Unternehmungen gründen muß, ist doch kein Zweifel, daß der Pr.oduktivgenossenschaft ein großer Wert in unserem Kampfe um die Errichtung einer neuen Wirtschaftsordnung zukommt. Es besteht Grund zu der Annahme, daß mit Hilfe der großen Erfahrung, die die genossenschaftliche Bewegung bereits gewonnen hat, gemeinsam mit den ständigen Verbesserungen ihrer inneren Lage, ihr Tätigkeitsgebiet vergrößert und erweitert werden kann, so daß sie an Stelle von Hunderten Arbeitern Tausende Arbeiter zu freiem Sehaffen vereinigen können wird. BWBHBBEHBMBBBHBMMMBMffllllüH Rundschau POLITIK. ■* Von Gerda Arlosoroff-Goldberg, Tel-Aviv. Wohl selten hat eine religiöse Zeremonie so stark den Charakter einer politischen Aktion getragen, wie die Beisetzung des indischein Führers und Panislamiten Mohamed Ali auf dem Haram es Scherif (Omar-Moschee) in Jerusalem am 23. Jänner dieses Jahres. Hier wurde in einer Feier eine Fülle politischer Motive zusammengezogen, deren Verbindung mit starken religiösen Momenten nur ein natürlicher Ausfluß der engen Gemeinschaft \sind, in der Religion und Politik im Osten stehen. Es ist doch kein Zufall, daß Mohamed. Ali, der Mann der Kalifatsbewegung in Indien und seinerzeit Freund und Mitarbeiter Ghandis trotz seiner Bekanntschaft mit europäischer Zivilisation und westlichen Werten im Laufe seines Wirkens nach den religiösen Grundmotiven seines und seiner Genossen Handeln suchte und niemals eine Scheidung zwischen Religion und Politik hat durchführen können und wollen. Das große Begräbnis Mohamed Alis in Jerusalem war ein Symbol dieser Verbindung. Man hat an diese Zeremonie eine Fülle politischer Kommentare geknüpft. Ein Teil der politischen Motive wurde in den Reden bei der Bestattung klar zum Ausdruck gebracht: Engere Verbindung der indischen Moslems mit Palä-