Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Die jüdischen Produktionsgenossenschaften in Palästina
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 4)
- Language
- German
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Aus dieser Tabelle ist ersichtlich, daß an erster Stelle das Transportgewerbe steht, das mehr als 41 Prozent aller Beschäftigten umfaßt und dessen Eigenkapital 51 Prozent des gesamten Eigenkapitals der Produktivgenossenschaften ausmacht. Hier haben wir ein hervorstechendes Beispiel für eine außerordentliche Besserung, die nur durch die Genossenschaften herbeigeführt werden konnte. Die Arbeiter, die einander vorher durch harten gegenseitigen Konkurrenzkampf wirtschaftlich und physisch schwer schädigten, die eine unbegrenzte Arbeitszeit hatten, keane Perspektiven zur Verbesserung und Vervollkommnung der Transportmittel sahen, erwarben sich dank der Genossenschaft mehr oder weniger normale Arbeitsbedingungen, schufen sich fundierte Gesellschaften, die imstande sind, den schweren Existenzkampf zu führen. Es ist hervorzuheben, daß dieser Existenzkampf dadurch außergewöhnlich erschwert wird, daß die Regierung Palästinas, die an möglichst hohen Einnahmen der Eisenbahn interessiert ist, und die nicht imstande ist, diese durch technische und administrative Vervollkommnungen auf der notwendigen Höhe zu halten, sich den leichtesten Weg ausgewählt hat — den Kampf gegen das Auto durch gesetzliche Mittel: sie setzte hohe Lizenzgebühren fest, deklarierte einen hohen Zoll auf Brennstoffe usw. Die Kräfte des Einzelnen wären zu schwach für einen solchen Kampf. Hier war die Vereinigung der Kräfte, eine gemeinsame und organisierte Tätigkeit notwendig — und diese wurde durch die Genossenschaft herbeigeführt. So war es nicht nur im Transportgewerbe. Auch in anderen Zweigen war die genossenschaftliche Form der Zusammenfassung der Kräfte die einzige Möglichkeit, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die wirtschaftliche Lage zu basieren. Es ist bei dieser Gelegenheit festzustellen, daß die Erfahrung des öfteren bewies, daß in solchen Berufen, in denen gut eingeordnete und starke Genossenschaften bestehen, diese auch eine wichtige Funktion im Kampfe der gewerkschaftlichen Fa^chvereine um Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Arbeiter erfüllen, ja direkt ein Stützpunkt für diese sinio\. Aber die ersten Jahre des Bestandes der Produktionsgenossenschaften im Lande waren Kampfjahre für die Basierung und wirtschaftliche Festigung und es kam daher vor, daß dieser schwere Existenzkampf die gegenseitigen inneren Beziehungen in der Genossenschaft ungünstig beeinflußte. In einigen Genossenschaften entstanden Mängel, es bildeten sich Formen bei der Beschäftigung von zeitweiligen Arbeitern aus, die für Gebilde nicht paßten, die berufen sind, als Muster und Beispiel in der Schaffung von schöneren und verbesserten gegenseitigen Beziehungen zu wirken, als sie gegenwärtig in der privaten Wirtschaft herrschen. In einigen Genossenschaften trat der Wille zu Tage, die Kontrolle der Institutionen der Histradruth einzuschränken, aber die Bewegung in ihrer Gesamtheit schätzte die Gefahren, die in dieser Neigung liegen, richtig ein und stellte die Frage der Normalisierung der gegenseitigen inneren Beziehungen in den Mittelpunkt der Beratungen der Landeskonferenz. Die Statuten, die die zentrale Leitung der Konferenz vorlegte, trugen nicht nur prinzipiellen, und programmatischen Erklärungen Rechnung, sondern auch den tatsächlichen, tagtäglich in Erscheinung tretenden Problemen, dem Charakter und dem Konkurrenzkampf der Genossenschaft. So wurde festgesetzt, daß jeder Arbeiter, der mehr als 12 Monate in der Genossenschaft