Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Über die Rentabilitätsberechnung in den Arbeitersiedlungen des Keren Hajessod
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 17)
- Language
- German
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Die Zahl der Betriebe, die ihre Rechnungen mit Ueberschüssen abschließen, würde von den in der Tabelle auf Seite 17 angegebenen acht Siedlungen auf 12 steigen. Das heißt, daß nicht nur die sieben Siedlungen, deren Ausbau gewissermaßen beendet ist, sondern noch weitere fünf Betriebe, die erst im Bau begriffen sind, imstande wären, bereits bestimmte Ueberschüsse zu geben. Die Summe aller Defizite würde von 7000 Pfund auf etwa 2400 Pfund sinken. Dabei ist noch folgendes zu unterstreichen: Das Resultat dieser Umrechnung ist nur ein ungefähres. Denn diese Umrechnung erstreckte sich ,nur auf die in den verschiedenen Wirtschaftszweigen verwendeten Arbeitstage. Doch auch in diesem verkürzten Verfahren wurde davon Abstand genommen, den Einfluß verschiedener Wirtschaftszweige aufeinarider und die sich daraus ergebenden weiteren Verbilligungen in Anschlag zu bringen. Bei Berücksichtigung all dieser Faktoren würden wir zu einem Resultat gelangen, das noch .weitere Beweise für die Rentabilitätsaussichten der Siedlungen liefern würde. Um das Bild zu vervollständigen wollen wir noch die Frage der Moschawim streifen. Da die meisten Siedler keine Bücher über ihre Wirtschaft führen, kann von der Berechnung der Rentabilität einzelner Betriebe keine Rede sein. Sie kann nur approximativ geschätzt werden. Einen Durchschnittsstandard des Siedlers gibt es im Moshav überhaupt nicht. Die Unterschiede in der Lebenshöhe zwischen einzelnen Moschawim und zwischen einzelnen Siedlern im selben Moshav sind noch größer als in den Khvuzoth, ebenso die Brutto- und Nettoeinnahmen der einzelnen Betriebe. Auch hier, wie in den Kwuzoth wird nach dem Prinzip ge wir tschaftet, daß der Betrieb den vollen Lebensunterhalt des Siedlers zu decken hat. Nur daß der kleine Umfang einer Einzelsiedlung eine leichtere Uebersicht über die Einnahmen und den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebes ermöglicht. Daher sinjd die Ausgaben des Siedlers auch leichter mit seinen Einnahmen in Einklang zu bringen. Den einzigen Anhaltspunkt über die Rentabilität der Einzelwirtschaft im Moshaw bietet eine Untersuchung über den Wert der Wirtschaft am Schluß einer bestimmten Aufbauperiode. Zeigt diese Untersuchung, daß der Wert des Betriebes kleiner ist als das investierte Kapital, dann kann man mit bestimmter Gewißheit daraus schließen, daß die Kapitalsanlage eine unrentable war. Freilich gibt es auch Fälle, in denen dieser Verlust andere Ursachen hat, z. B. große persönliche Ausgaben des Siedlers. Ist der Wert des Betriebes größer als die Summe der Investitionen, dann ist man zu der Annahme berechtigt, daß nach der Befriedigung aller oder zumindest der hauptsächlichsten Bedürfnisse des Siedlers ein Ueberschuß geblieben ist, daß also der Betrieb bereits anfängt, Gewinne abzuwerfen. Eine derartige Untersuchung wurde bis heute nicht durchgeführt, so daß eine sichere Unterlage für diese oder die aridere Annahme fehlt. Das vorhandene Material besteht aus Schätzungen, die anläßlich der Uebergabe der Betriebe von einem Siedler an den andern gemacht wurden, oder stammt aus Untersuchungen in einzelnen Moshawim, die meist ganz andere Zwecke hatten (z. B. Versuch, einen Ausgleich der wirtschaftlichen Lage der einzelnen Siedler herbeizuführen). Die Schätzungen der Betriebe, die von einem Besitzer zum anderen übergehen, beweisen, daß der größte Teil des investierten Kapitals noch vorhanden ist und o'ft sogar noch ein nicht unbeträchtlicher