Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Über die Rentabilitätsberechnung in den Arbeitersiedlungen des Keren Hajessod
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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daß der Siedler, als ein Teil der Wirtschaft, von ihr zu erhalten seä, ganz gleich, ob der Betrieb diese Ausgabe tragen kann oder nicht. Diese Auffassung, die ihren Ausdruck in der heute angenommenen Berechnungsmethode gefunden hat, hatte zur Folge, daß das persönliche Budget des Siedlers mit dem des Betriebes identifiziert wurde. Dabei ist dieses sein persönliches Budget nicht genau von vorherein festgesetzt und unterliegt, wie man aus den angeführten Tabellen ersieht, unter Umständen sehr großen Schwankungen. Es wird der Wirtschaftsbilanz ganz einfach aufoktroyiert, ohne Rücksicht darauf, ob der Betrieb dieses Budget tragen kann oder nicht. Ergibt sich dabei ein Defizit, so fällt es dem Betriebe dir<eikt zur Last. In Wirklichkeit ist dieses Defizit jedoch nicht immer ein Defizit des Betriebes, sondern die Folge — um einen scharfen Ausdruck zu gebrauchen — des „über-den-Standlebens" des Siedlers. Die heutige Bilanz ist also nicht die Bilanz des Betriebes, sondern die Bilanz des Siedlers, bezw. einer Siedlergruppe. Dabei ist die Festsetzung des Standard höchst elastisch und mitunter willkürlich. Denn theoretisch könnte man vielleicht einen Durchschnittsstandard für eine Durchschnittsfamilie unter Durchschnittsbedingungen festsetzen, doch dieser Durchschnitt variiert derart stark je nach der Zahl der Familien und dem Kinderreichtum, den klimatischen und sonstigen Bedingungen, dem Gesundheitszustand der Siedler und der sanitären Lage des Siedlungspunktes, daß es in praxi fast ausgeschlossen ist, feste Regeln dafür zu schaffen. Ebenso ist es beinahe unmöglich, die Grenze nach oben zu bestimmen, d. h. festzulegen, welche Bedürfnisse unbedingt befriedigt werden müssen und welche Ausgaben bereits an das Ueberflüssige grenzen. Der heute errechnete Lohn für den Arbeitstag ist daher nur zu eifern bestimmten Grade der Ausdruck für den Lebensstandard des Siedlers, und die auf dieser Grundlage errechnete Bilanz nur die Feststellung der Tatsache, daß der Siedlejr, bezw. eine Gruppe, bestimmte Bedürfnisse von den Erträgen des Betriebes gedeckt und einen Ueberschuß, bezw. Defizit dabei herausgewirtschaftet haben. Es bleibt vollkommen unklar, ob die Ausgaben dem normalen Standard entsprechen, ob sie ihn überschreiten oder ihn nicht erreichen. Dies gilt sowohl für Betriebe, deren Ausbau bereits beendet ist, wie auch für solche, die ihr „füll equipment" noch nicht bekommen haben. In dein 7 Betrieben von den 18, die zu der ersten Kategorie zählen, lassen sich dieselben Erscheinungen beobachten, die in den{ auf Seite 19 angeführten Tabellen zum Ausdruck kommen, nämlich: große Verschiedenheit des Arbeitslohnes in den einzelnen Kwuzoth und Verteuerung des Arbeitstages innerhalb des jeweiligen Betriebes in den letzten drei Wirtschaftsjahren. So schwankte der Arbeitslohn in diesen 7 „ausgebauten" Betrieben im Jahre 1928/29 zwischen 225 und 211,7 Müs und die Kosten des Arbeitstages stiegen in den Jahren 1926/27 bis 28/29 um 4—10 Prozent in 2 Kwuzoth, also in 28*57 Prozent „ 11—20 „ „ 2 „ „ „ 28 57 „ 21—30 „ „ 1 „ „ „ 14 29 „ 31—48 „ „ 2 „ „ „ 28 57 das heißt in keiner wesentlichen Disproportion zu den anderen Kwuzoth, die das „füll equipment" noch nicht erreicht haben.