Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1930)
- Article
- Politik. Von Gerda Arlosoroff-Goldberg, Tel-Aviv.
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 444 (sequence 4)
- Language
- German
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merksamkeit in der letzten Zeit so völlig absorbiert, daß für andere Dinge wenig übrig blieb. Bei den Juden macht sich überdies der Mangel einer klaren arabischen Politik bemerkbar. Trotz aller Beschlüsse ist es noch immer nicht gelungen, ein arabisches Department bei der Jewish Agency zu schaffen! Alle Politik der Zionisten wird nach wie vor in London, bezw. in Europa und Amerika gemacht. Palästina spielt in diesem Zusammenhange eine ganz untergeordnete Rolle. Diese Einstellung, die sich schon früher, als die Beziehungen zu England noch bessere waren, als ein schwerer 'Fehler erwiesen hat, erscheint heute, bei der herrschenden Spannung zwischen Juden und Engländern noch weit gefährlicher. Während sich Engländer und Araber einander genähert haben, befinden sich die Juden in einer Isolation, die überwunden werden muß, wenn mit einer konstruktiven Politik im Lande begonnen werden soll. Demonstrationen in Tel-Aviv. Nach einer am 25. Oktober in Tel-Aviv abgehaltenen Protestversammlung gegen das englische Statement fanden Demonstrationen statt, wobei es zu Zusammenstößen mit der Polizei, Verletzungen und Verhaftungen kam. Der Waad Leumi beschloß eine scharfe Protestresolution und Abbruch der Verhandlungen mit England, sowie Nichtbeteiligung der Juden an den Wahlen zum Council („Parlament"). Proteste aller Orten. Die zionistischen Wochenschriften berichten ausführlich über die zahlreichen Proteste gegen das Weißbuch der englischen Regierung. Auch Edm. de Rothschild protestierte in einem Schreiben an Weizmann. Besonders stark ist die Bewegung unter 1 den Juden in U. S. A. Am 2. November (Balfourtag) fand eine jüdische Monstredemonstrationsversammlung in Newyork statt. Sitzung des zionistischen Aktionskomitees. Eine solche fand anfangs November statt (siehe darüber ,,N. u. Daten": Jewish Agency). Die Rechtfertigungen der Regierung. Anscheinend beeindruckt durch den Widerhall, den das Statement fand, bemühte sich die Regierung den Eindruck abzuschwächen. Wir geben nachstehend die wichtigsten Stellen der betreffenden Erklärungen chronologisch bis zur Unterhaussitzung wieder;> Macdonald an Smuts (27. X.): Die neue Politik bildet keine dauernde oder vorübergehende Hemmung der Kolonisation auf den zahlreichen in jüdischem Besitz befindlichen noch nicht erschlossenen Ländereien. Die Einwanderung darf die Aufnahmsfähigkeit des Landes nicht überschreiten. „Weder hinsichtlich der Bodenpolitik noch der Einwanderung beabsichtigt die britische Regierung das Jüdische Nationalheim im gegenwärtigen Stadium seiner Entwicklung erstarren zu lassen." Nachrichten Abgeschlossen am 3. Dezember 1930 POLITIK. Das Weißbuch der Regierung.