Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1930)
- Article
- Zehn Jahre jüdischer Landwirtschaft in Palästina
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 438 (sequence 3)
- Language
- German
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werden, und zwischen denen, die ihm in Fqrm von Dünger wiedergegeben werden, das Gleichgewicht; also im Wechsel zwischen den Stickstoff Sammlern und den Stickstaffressern, in der Balanzierung der Wasservorräte im Boden, die über da,s Leben der Pflanzen entscheiden^ in der Hjäufung des Regenwassers im unbewässerten Boden und in der Konservierung der Wasserquellen im bewässerten Boden. Futterbau spielt im Fruchtwechsel eine große Rolle. Ihn gab es in der primitiven Wirtschaft überhaupt nicht; der verarmte Boden bringt Futter erst nach gründlicher Amelioration hervor. Der Ertrag der einheimischen (arabischen) Kühe ist so kümmerlich wie der des Bodens des Landes. Seine Erhöhung war nur durch Kreuzung der arabischen Kuh mit Tieren aus einer guten ausländischen Rasse oder durch Einstellung ausländischer Rassekühe möglich. Man hat hier beide Wege gleichzeitig beschritten. Eine arabische Kuh gibt jährlich etwa 700 Liier Milch; eine mit einem holländischen Bullen gekreuzte Kuh etwa 2500 Liter. Vorläufig haben sich die holländischen Kühe nur in beschränkten Gebieten akklimatisiert, doch hat man bei dieser Rassenverbesserung bereits das erste Versuchsstadium hinter sich. Die Geflügelzucht ist überhaupt eine neue Schöpfung in der ganzen Art des Aufbaues dieses Zweiges, von der Wlajhl der entsprechenden Rassen an, der Kreuzungen der Rassen bis zur Errichtung der Ställe, der Inkubatoren,, der Höfe, der Pflege und der Nahrung. Man ist zu einem durchschnittlichen Jahresertrag von 150 Eiern pro Huhn gelangt; dieser Zweig steht jetzt fastauf gleicher Höhe wie die Geflügelzucht in Kalifornien. Im 'Gemüsebau wurden starke Neuerungen in der Wahl der geeigneten Arten, der Irrigationsformen, des Fruchtwechsels und der Düngung eingeführt.. Besondere Aufmerksamkeit wird der Zucht der Erstlinge gewidmet. Zur Erzielung einer Vielseitigkeit der Einnahmen wurden in j eider Wirtschaft Flächen für Pflanzungen, insbesonders für Tafeltrauben, die für schweren Boden geeignet sind, und für andere Fruchtbäume bestimmt. In Ziffern lassen sich die Wandlungen in der Landwirtschaft der Getreidezone und ihre Ergebnisse nach dem Kriege folgendermaßen zusammenfassen; Unmittelbar nach dem Kriege befanden sich etwa 200 gute Kühe in den jüdischen Siedlungen Palästinas, jetzt gibt es dort über 5000; im ganzen Lande befinden sich etwa 60.000 Kühe, davon über 13.000 in den jüdischen Siedlungen, zum Teil reinrassige, zum Teil Kühe aus Kreuzungen. Die Milchproduktion jüdischer Siedlungen, die von ihnen in dön Städten verkauft wird, betrug 1929 3,290.000 Liter gegenüber 100.000 Liter im Jahre 1920; die Siedlungen des Keren Hajessod allein bringen jährlich etwa eine Million Eier und etwa 50.000 Hühner auf den Markt, ferner 157.000 kg Bananen, 341.000 kg Tafeltrauben, 1,550.000 kg Gjemüse. Und alle diese Siedlungen befinden sich erst in der Uebergangsperiode und sind noch nicht endgültig ausgebaut. Auf Grund ihrer Aufnahmefähigkeit könnten sie bis 8000 Kühe aufnehmen und eine jährliche Produktion von 20 Millionen Liter Milch erzeugen. Ueber 1500 Einzelwirtschaften sind als gemischte Wirtschaften errichtet worden. Sie umfassen eine Fläche von 460.000 Dunam und geben etwa 10.000 Personen Nahrung. Jede Einzelwirtschaft hat 100 bis 200 DfannjFn Boden. Eine vollständig ausgebaute Wirtschaft dürfte ohne Boden 1000 bis 1200 Pifund kosten. Die Zahl der erwähnten Wirtschaften ist also relativ gering; aber ihre Iiauptbedeu-