Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1930)
- Article
- Der Bericht Sir John Hope Simpsonś
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 414 (sequence 2)
- Language
- German
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270.000 Dunam angegeben wird. Der Hauptunterschied gegenüber der Pica ist das Prinzip der Selbstarbeit. „Es fehlt -nicht an Begeisterung, und es kann nicht zweifelhaft sein, daß die Siedlungen die Siedler ernähren werden, besonders in der Pflanzungszone." Vorläufig sind sie aber nicht konsolidiert und wohl nirgends sind dem Jüdischen Nationalfonds oder dem Keren Hajessod seine Investitionen zurückgezahlt worden. In Zitaten an anderer Stelle des Berichtes wird erwähnt, daß die jüdischen Siedlungen in Rußland und die griechischen Rückwanderer wesentlich weniger Unterstützung erhalten als die palästinensi* sehen Chaluzim. (Wenn allerdings der Bericht die Gesamt-Investitionen der Fonds für landwirtschaftliche Kolonisation mit 4,891.000 Pfund angibt, so hat Dr. Ruppin nachgewiesen, daß diese Summe um m,ehr als das Doppelte zu hoch angegeben ist). Bei der Beschreibung des im i Besitz des Nationalfonds (Keren Kajemeth) befindlichen Bodens macht Simpson die für die späteren Schlußfolgerungen wichtige Feststellung, daß eine Landreserve vorhanden ist, die dem Nationalfonds die Weiter arbeit für mehrere Jahre ohne neue Bodenankäufe möglich macht. Dies gestattet die Ausarbeitung eines i Programms für die Erschließung des Landes, ohne daß es zu Kollisionen mit dem zionistischen Siedlungswerk kommt." Während Simpson sich gegen den Typ der Kwuzoth ausspricht, schildert er mit mehr Schätzung die Moschawe Owdim. Besonders wichtig ist nun der folgende Abschnitt über die Auswirkungen der jüdischen Siedlungen auf die Araber. Hier müsse ein großer Unterschied zwischen den Pica- und den zionistischen Kolonien gemacht werden. Von den ersteren haben die Araber reichen Vorteil gehabt und so waren die Beziehungen sehr freundschaftlich. Die von zionistischer Seite gebrachten Darstellungen des wohltätigen Einflusses jüdischer Arbeit auf die Nachbarn beziehen sich nur auf Pica-Siedlungen, die vor Errichtung des KH. enstanden sind. Dort sind nicht nur gleichzeitig mit den eigenen die benachbarten arabischen Ansiedlungen entwickelt worden, sondern die Araber wurden auch von den Juden als Arbeiter beschäftigt. Anders ist es in den zionistischen Kolonien, und der Bericht sucht dies zunächst beim Kauf des Emek nachzuweisen. Bekanntlich hatte Dr. Ruppin Simpson eine Liste der gesamten 688 Pächter übergeben, die sich auf dem Emek-Boden befunden hatten, und diesen verlassen haben und er hat nachgewiesen, daß hiervon -437 Leute noch jetzt Böden bearbeiten, ein großer Teil der übrigen als Hirten tätig ist, 84 nicht mehr in der Landwirtschaft arbeiten, der Rest verstorben oder unauffindbar ist. Simpson bemüht sich, diese Ziffern anzugreifen (Gegenmaterial ist im Besitz der Zion. Executive). Immerhin, fährt Simpson fort: „Den Juden kann man keinen Vorwurf daraus machen, in welcher Weise sie die Sursuck-Ländereien gekauft haben. Sie haben hohe Preise bezahlt und dar/über hinajus den Pächtern eine beträchtliche Summe vergütet, ohne daß sie hierzu rechtlich »verpflichtet gewesen sind. Es war nicht ihre Aufgabe, sondern die der Verwaltung (auf Grund Art. 6 des Mandats), darauf zu sehen, daß die Araber bei der Transaktion nicht zu leiden hätten." Ausführlich geht nun Simpson auf die im Nationalfonds und Keren Hajessod vorgeschriebenen Verpflichtungen ein, die Böden an Juden zu geben (wobei auch die einschlägigen Artikel 3 d und e, der Agency-Konstitution zitiert werden). Sehr dezidiert sucht der Bericht festzustellen, daß diese Praxis mit