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Palästina · 1930-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1930) · p. Seite 385

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1930)
Article
Die Deklaration der englischen Regierung
Date
1930-10-01
Page
Seite 385 (sequence 3)
Language
German
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keine Arbeit hat, ist die Einwanderung zu suspendieren. Eine übereilte Einwanderung ist schädlich. Zum Schlüsse werden Juden und Araber zur Einigkeit aufgefordert. Der Zionistische Kommentar. Das Zentralbüro der Jewish Agency schreibt zu dieser Erklärung in bezug auf deren wirtschaftlichen Teil: 1. Die nachstehende analytische Darstellung der am 21. Oktober 1930 veröffentlichten Erklärung der englischen Rejgierung über ihr wirtschaftliches Programm in Palästina ist ein erster, eiliger und unvollständiger Versuch. Der, Sinn und die Tragweite mancher Feststellungen und Schlußfolgerungen dürften erst nach dem Vergleich mit dem Bericht Sir John Hope Simpsons klar werden. Ein eingehenderes Studium des Dokumentes könnte eine Korrektur mancher Interpretation erforderlich machen. 2. Die Regierungserklärung ist formuliert auf Grund des Inhaltes des Berichtes von Hope Simpson und anderen Informationen, die jüngst zugänglich wurden. Sie zerfällt im wesentlichen in drei Teile: a) eine Auseinandersetzung allgemeiner Grundsätze; b) Verfassungsfrage; c) wirtschaftliche und soziale Fragen. Der Abschnitt über die wirtschaftliche und soziale Entwicklung zerfällt wiederum in drei Kapitel Landfrage; Landwirtschaftliche Entwicklung; Immigration. 3. Um es vorwegzunehmen: Es ist nicht zu leugnen, daß der ganze wirtschaftspolitische Abschnitt Behauptungen, Urteile, Definitionen enthält und Maßnahmen ankündigt, die sich in sehr ungünstiger, ja verhängnisvoller Weise für das jüdische Siedlungswerk auswirken können. Aber gerade darum soll der positive und gutgemeinte Teil des Programms nicht übersehen werden. Unsere Kritik der negativen Seiten wird der englischen öffentlichen Meinung gegenüber nicht erhöht, wenn die positiven Seiten gänzlich außer acht gelassen werden. Die Regierung geht von der Voraussetzung aus, -daß bei den gegenwärtigen Methoden der Bodenbenutzung in Palästina nicht einmal die Fellachen (die Zahl der ländlichen Familien wird mit 86.970 angegeben, von welchen 29 Prozent landlos sind) genug Land haben. Um darum die Lage der Fellachen, insbesondere der landlosen, zu verbessern und zusätzliche landwirtschaftliche Ansiedlungen von Juden ermöglichen, soll eine aktive Politik der methodischen agrikultureilen Entwicklung in Angriff genommen werden. Durch bessere Ausnutzung des Bodens soll Land gewonnen werden für Araber und Juden. Diese fundamentale Absicht der Regierung soll nicht verkannt werden. Ebenso sollte der Eindruck nicht entstehen, daß wir einen Plan mißgünstig beurteilen, der die Existenzsicherung des armen Fellachen zum Zwecke hat. Alles kommt auf den Geist an, in dem die geplante, weitgehende Intervention der Regierung durchgeführt wird. Und in dieser Beziehung ist Grund zur Besorgnis nicht nur angesichts der administrativen Erfahrung der letzten zehn Jähre vorhanden sondern die vorliegende Regierungserklärung selbst ist in Darstellung, Betonung und Motivierung geeignet, ernste Befürchtungen hervorzurufen.

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