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Palästina · 1930-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1930) · p. Seite 383

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1930)
Article
Milchwirtschaft als Grundlage der landwirtschaftlichen Kolonisation in Palästina
Date
1930-10-01
Page
Seite 383 (sequence 8)
Language
German
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fügung stehenden Böden der verschiedenen Arten im ganzen eine Million Kühe ernährt werden können, die einen Milchertrag von 2500 Millionen Litern pro Jahr ergeben würden. Unsere Milchindustrie wäre dann ziffernmäßig größer als die Schweiz, ähnlich der Dänemarks und Hollands. Die erzeugte Menge entspräche ungefähr der der Schweiz und stellt das Doppelte des Exportes von Neu-Seeland dar. Während nach dem heutigen System die Einnahmen aus der gesamten Agrarproduktion nach den Schätzungen der Regierung sich auf 2.09 Millionen Pfund im Jahr belaufen, würden sie dann bei einem Milchpreis von 1 Piaster pro Liter Milch auf 25 Millionen Pfund im Jahr steigen. Und daß eine solche Steigerung der Produktion und ihrer Einnahmen direkt proportional dem möglichen Bevölkerungszuwachs, besonders auch der Immigration ist, bedarf keiner weiteren Darlegungen. Wilkanski kommt also zu dem Ergebnis, daß die Milchwirtschaft dazu berufen sei, der palästinensischen Landwirtschaft ihren Charakter zu verleihen. Die Orange, so wertvoll und entwicklungsfähig sie auch ist, kann trotzdem nicht zur Grundlage unserer Wirtschaft werden, weil die Bodenflächen für ihren Anbau begrenzt sind und weil nach allen gemachten Erfahrungen es außerordentlich bedenklich erscheint, die nationale Wirtschaft eines Volkes auf reiner Monokultur, nach dazu eines / nicht absolut lebenswichtigen Produktes aufzubauen. Der Weg zum Aufbau einer gesunden, milchwirtschaftlich orientierten Landwirtschaft, zu einer planmäßigen Kolonisation mit großen Perspektiven, zu einer Befriedigung des inneren Marktes und zu einer Eroberung der für uns interessanten Teile des Weltmarktes ist offen. Die Ergebnisse der bisherigen Forschungen auch unserer eigenen Versuchsstation geben die technischen Grundlagen. Das Tempo dieser Entwicklung und ihr endgültiger Erfolg werden nur davon abhängen, welche Geldmittel von Einzelnen für ihren Betrieb und von der Oeffentlichkeit für die allgemeine Entwicklung investiert werden können und welche menschlichen schöpferischen Kräfte wir in Palästina auf diesem uns neuen Gebiet auszulösen imstande sein werden. Die Deklaration der englischen Regierung. (Palestine, Statement of Policy by His Mayesty's Government in the United Kingdom, October 1930.) Vorbem. der Red.' Nach Abschluß dieses Heftes wurde die englische Regierungserklärung erlassen. Wir geben nachstehend einen kurzen Auszug daraus — ein ausführlicher ist in der „Jüdischen Rundschau", Nr. 84, vom 24. Oktober 1930 veröffentlicht worden. Wir schließen daran die kritischen Bemerkungen des Zentralbüros der Jewish Agency. Auf den Bericht Simpsons werden wir in der nächsten Nummer zurückkommen. Am 20. Oktober d. J. veröffentlichte die britische Regierung die langerwartete Erklärung ihrer Palästina-Politik sowie den Bericht von Sir John Hope Simpson.

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