Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1930)
- Article
- Palästina vor der Mandatskommission
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 359 (sequence 27)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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geworfen, daß er die Kommission falsch informiert habe.119) Der 359 Vorwurf der Unentschlossenheit kehrt häufig wieder, die Verantwortlichkeit für die Unruhen wird ausdrücklich auch den Behörden zur Last gelegt. 12°) An dem von der Regierung im wesentlichen akzeptierten Shaw-Bericht werden Widersprüche, Lücken und übereilte Schlußfolgerungen getadelt.121) Die Vertreter der Regierung reagieren wiederholt mit scharfen Bemerkungen. In seiner Schlußrede sagt Shiels schon gefaßter und humorvoller, daß er als schottisches Mitglied des Parlaments es gewohnt sei, bei jeder Gelegenheit tüchtig hergenommen zu werden. Diese Haltung der Kommission hat neben ihrer internationalrechtlichen Bedeutung ihren besonderen Wert für die jüdische Politik. Sie ist ein großer Beweis von Sympathie für den Zionismus, dessen Sache von diesem wichtigen Organ verstanden und zum erstenmal in dieser Deutlichkeit als der Förderung wert anerkannt worden ist. Die Bekämpfung der Malaria, unter besonderer Berücksichtigung Palästinas. Von Dipl. Ing. M. Hecker, Haifa. Wir haben über dieses besonders wichtige Thema bereits in einem Aufsatz von Dr. S. P e 11 e r „Das Malariaproblem in den jüdischen Siedlungen", XII., 10/11, gebracht. Unter den Hindernissen, die sich unserer Aufbauarbeit in Palästina in den Weg stellen, ist eines der ernstesten das Auftreten der Malaria. Nach ihrer Verbreitung auf der Erdoberfläche und nach ihren tiefgehenden Wirkungen nimmt sie den obersten Platz unter den „Imperial Maladies" ein — je(nen Krankheiten, die seit jeher auf die Entwicklung der Menschheit einen wichtigen Einfluß ausgeübt und ganze Völker und Reiche dem Rückgang oder gar der Vernichtung zugeführt haben. Der verhängnisvolle Einfluß der Malaria liegt nicht so sehr in ihrer mittelbaren Wirkung während der Krankheit, als vielmehr in ihren indirekten Folgen. Sie nimmt vielfach eine chronische Form an, die zu immer erneuten Rückfällen führt, die Körperkonstitution dauernd schwächt und ihre Resistenz gegen andere Krankheiten vermindert. Hiedurch wird die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Betroffenen auf die Dauer herabgesetzt. Ja, noch viel mehr, in vielen Fällen ist die bleibende Wirkung teilweise oder völlige Invalidität und in ihrem Gefolge wirtschaftliche Verelendung. 119) Seite 44. 120) Seite 26, 29. 121) Seite 44, 62.