Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 330 (sequence 4)
- Language
- German
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gerade weil durch die Kleinheit der geographischen BevÖlkerungs- und Marktverhältnisse und aller hieraus geschaffenen Organisationen, wie durch die des* beteiligten Personenkreises diese doppelte Aufgabe, dieser Januskopf der palästinensischen Arbeiterbewegung leicht verkannt wird. In diesem Sinne wäre die Arbeit von Bierer wohl fortzusetzen, vielleicht ist dies von ihm selbst in dem angekündigten größeren Werke schon geschehen. Heute verdient sie jedoch, als — unseres Wissens — erste Gesamtdarstellung der Histadruth, als erster Versuch, ihre prinzipiellen Probleme aufzuzeigen und als sehr nützliche Materialsammlung für Nichtzionisten, aber in hohem Maße auch für Zionisten weitgehende Beachtung und Verbreitung. Dr. E. Ascher, Berlin. Die sozialökonomischen Strukturwandlungen in Palästina. Von Dr. Alfred Bonne, Jerusalem. Sonderabdruck aus dem „Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik", Band 63, Heft 2, J. C. B. Mohr, Tübingen 1930. Seite 309 bis 336. — Unser geschätzter Mitarbeiter breitet in knappen Zügen in wissenschaftlicher Bearbeitung das Tatsachenmaterial über die Umwandlung aus, die Palästina durch die jüdische Aufbauarbeit erfahren hat: Zunahme des jüdischen BevÖlkerungs teils von 9 Prozent vor dem Kriege bis etwa 20 Prozent 1928, — sodann jedoch Zunahme der städtischen Bevölkerung im allgemeinen, teils durch die jüdische Einwanderung, teils durch arabische Binnenwanderung. Die Zusammensetzung der Immigration und das Wachstum Tel-Avivs werden weiter beleuchtet. — Hieran schließt sich eine Erörterung über die Wandlungen im Lebensstandard der Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Einströmen großer Mittel für militärische Zwecke und für die Neuinvestierungen der jüdischen Immigranten. Das Preisniveau im Lande verschob sich außerordentlich nach oben: Die Preissteigerung im Vergleich zu 1914 um 80 bis 100 Prozent (Index des Großhandels 240, des Kleinhandels 200 gegenüber 1914) ist höher als in vielen anderen Ländern. Eine der wichtigsten Ursachen ist hiebei die Verschiebung des Konsumbedarfs — hauptsächlich hinsichtlich der Wohnweise: Behausung und Hausrat, besonders auch bei der arabischen Bevölkerung, zeigt sich die Niveauerhöhung — mit wichtigen Wirkungen für den Import; eine wichtige Folge ist die Umschichtung der Einkommensverteilung mit einem Steigen der Löhne. Aus jüdischen Quellen allein sind bis 1929 etwa 35 Millionen Pfund in das kleine Land geflossen. — Sodann untersucht Bonne die Wirkung der Einwanderung auf die Landwirtschaft, aui ihre äußeren Formen (Arbeitsmethoden, Geräte, Stallbau und dergleichen) und ihre innere Struktur (Entwicklung neuer Zuchtgebiete, Einführung künstlicher Düngemittel, erhöhte Mannigfaltigkeit der Kulturen) vor allen Dingen durch die Initiative der jüdischen Kolonisation. Ziffernmäßig wird die Vergrößerung der Anbaufläche im allgemeinen, der Pflanzungskulturen, der Waldbestände, auch die Schwächung der bisherigen Großgrundbesitzungen durch die jüdischen Bodenkäufe auseinandergesetzt. — Der Schluß dieses ersten Teiles befaßt sich mit den Wandlungen im Verkehrswesen. — Vergrößerung des Eisenbahnnetzes um 300 Prozent gegen 1913, Einführung des Telefons, Verdoppelung des Briefverkehrs, Einführung des Automobils: 1928 gab es 2627 Personenwagen, Autobusse, Lastwagen und Motorräder gegenüber 1 (einem!) im Jahre 1913. Charakteristische Wandlungen hat die Umsatzsteigerung im Außen- und Binnenhandel hervorgerufen. 1912 betrug die Einfuhr 1,500.000 Pfund, die Ausfuhr 1,150.000