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Palästina · 1930-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1930) · p. Seite 300

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1930)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. A. Tartakower, Lodz.
Date
1930-07-01
Page
Seite 300 (sequence 8)
Language
German
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Freilich ist dieser Schritt keineswegs geeignet, das Gefühl der Rechtssicherheit im Lande herzustellen. Leider hat die jüdische öffentliche Meinung (von der arabischen war es im Vorhinein kaum zu erwarten) auf diesen Rechtsbruch nicht entsprechend reagiert. Der Tel-Aviver Arbeiterrat hat am 7. Juli eine scharfe Protestresolution dagegen angenommen, die die Auflösung der Achwat-Poalim als einen Versuch bezeichnet, den Annäherungsprozeß zwischen den jüdischen und den arabischen Arbeitern zu stören, sowie die Freiheit der Arbeiterorganisierung zu begrenzen. Die Resolution fordert die Exekutive der Histadruth auf, entsprechende Schritte zu unternehmen, um diesen Rechts*- bruch rückgängig zu machen. Kleinere Nachrichten. Fast drei Monate dauert nunmehr schon der Streik der Arbeiterschaft in der Wäschefabrik Friedman & Edelstein in T e 1 - A v i v. Der Streik, der zu einem der längsten und verbittertsten im jüdischen Palästina gehört und in vielen Beziehungen an den vor zwei Jahren stattgefundenen Streik der Arbeiterschaft in der Zündholzfabrik in Akko erinnert, wurde durch das brutale Vorgehen des Eigentümers Friedman hervorgerufen, der es den Arbeitern verwehrte, in die Histadruth einzutreten. Viele Jahre lang ließen sich die Arbeiter dieses Vorgehen gefallen, schließlich riß ihnen doch die Geduld. Sämtliche Versuche der Eigentümer, den Betrieb durch Streikbrecher weiterzuführen, sind bisher mißlungen, doch kommt es aus diesem Anlaß fast täglich zu Zusammenstößen und Verhaftungen von Arbeitern durch die Polizei, die dann meistens Strafprozesse zur Folge haben. Die jüdische Arbeiterschaft hat in großzügiger Weise das Hilfswerk für die Streikenden organisiert, sie werden von allen Seiten zum Ausharren ermutigt. Sämtliche seitens der Arbeiterschaft bisher unternommenen Versuche, den Streik durch ein Abkommen zu liquidieren, zerschellten an der Hartnäckigkeit der Eigentümer. Von anderen Seiten wurde bisher nicht interveniert, die Vereinigung der Industriellen, deren Pflicht es in erster Reihe sein sollte, ihre Aufmerksamkeit der Sache zu schenken, hat sich bisher fast ganz passiv verhalten. Die öffentliche Meinung im Lande ist in ihrer überwiegenden Mehrheit auf der Seite der Streikenden. Am 30. und 31. Mai d. J. fand die erste Zusammenkunft der Vertreter der Arbeitersiedlungen (Moschve-Ovdim), sowie der Gruppen von Kandidaten für diese Siedlungen (Irgunim) statt. Es wurden hauptsächlich die schweren Fragen des inneren Lebens in diesen Siedlungen erörtert. Es zeigt sich, daß die gegenseitige Hilfe in den Siedlungen viel weiter als bisher ausgebaut werden muß, um der Arbeitüberbürdung sowohl der Männer, als auch der Frauen, in vielen Fällen auch der schweren materiellen Lage der einzelnen Siedler abzuhelfen. Es sollen dadurch manche Vor-? teile des Großbetriebes erreicht werden, die heute den Moschavim wohl auch infolge des allzu straffen Prinzips der Selbstarbeit versagt sind. Die Beratung beschloß, eine dauernde Organisation der Moschavim und der Irgunim zu schaffen, die sich in erster Reihe dem Ausbau der Irgunim und der Sorge für deren Zukunft widmen soll. Vom 8. bis 10. Mai d. J. tagte in Tel-Aviv der Rat der vereinigten Jüdischen Arbeiterpartei Palästinas (Mifleget Poalej Erez Israel). Der Rat forderte die breiten Schichten von Sympatikern innerhalb der Arbeiterschaft auf, ihren formellen Beitritt zur Partei zu erklären, um ihr

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