Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Der Absatz der landwirtschaftlichen Produkte
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 287 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379883-2379889-2391724--10931-2391993- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
zum Verkauf übergeben wurden. In Tel-Aviv hingegen beträgt die Zahl der direkt mit der „Tenuva" verbundenen jüdischen Familien nur 20 Prozent. Was die arabische Bevölkerung des Landes anbetrifft, so gelang es der „Tenuva" in der Zeit vor den August-Unruhen in zunehmendem Maße, auch dort jüdische Produkte abzusetzen. In rein, oder fast ausschließlich arabischen Städten, wie Jaffa, Ramleh, Ludd, Nablus, Djenin, Nazareth, und in Städten mit gemischter arabisch-jüdischer Bevölkerung, fanden jüdische Produkte Absatz, so daß die „Tenuva" berechnete, daß etwa 40 Prozent ihrer Abnehmer Araber waren. Mit dem Ausbruch der Unruhen und der ihnen folgenden Boykottbewegung wurden diese Beziehungen fast völlig abgeschnitten und erst in der letzten Zeit gelingt es, in den Städten mit gemischter Bevölkerung wieder an den arabischen Käufer heranzukommen. Transjordanien und Syrien waren schon seit Jahren gute Absatzgebiete, insbesondere für das Gemüse aus jüdischen Siedlungen* Im letzten Jahre gelang auch der Absatz von Käse in größerem Umfange in diesen Ländern. Auch hier bedeutet der Boykott unter dem Eindruck der von Palästina aus geführten Propaganda einen fast völligen Abbruch der geschäftlichen Beziehungen und auch hier zeigen sich in allererster Zeit, vor allem in Damaskus, Anzeichen der Besserung. Sehr aussichtsreich ist der ägyptische Markt, insbesondere für Honig und Gemüse- und Obstkonserven. Zur Erschließung europäischer Märkte für die Produkte unserer Siedlungen sind in den letzten Jahren viele Versuche gemacht worden, aber es fehlen die finanziellen Mittel, um einen systematischen Kampf um diese Märkte durchzuführen. Diejenigen Siedlungen, die an dem Absatz ihrer Produkte in Europa interessiert sind, haben einen Fonds aufgebracht, zu dem außerdem das Kolonisationsdepartement der Exekutive beigetragen hat. Mit den Mitteln dieses Fonds werden jetzt durch besondere nach Europa entsandte Personen die Marktverhältnisse der in Betracht kommenden Länder für alle Produkte systematisch durchforscht. Im positiven Sinne ist die Absatzmöglichkeit für Bananen und Tomaten entschieden, während es bei den meisten anderen Produkten noch nötig ist, entweder in bezug auf die Qualität oder auf die Art der Versendung Verbesserungen durchzuführen. Das Grundprinzip der „Tenuva"-Organisation („Vereinigung der jüdischen Arbeiterwirtschaften Palästinas zu kooperativem Verkauf ihrer Produkte") ist, daß die „Tenuva" nur die Produkte der ihr angeschlossenen Siedlungen verkauft, daß nur Siedlungen, die auf dem Prinzip der Selbstarbeit beruhen (in erster Linie die Kwuzoth und Moschawim der Jewish Agency), Mitglieder der „Tenuva" sein können und daß die der „Tenuva" angeschlossenen Siedlungen verpflichtet sind, ihre gesamte Produktion der „Tenuva" zum Verkauf zu übergeben. Siedlungen, die das zuletzt angeführte Prinzip übertreten, werden für ein Jahr aus der „Tenuva" ausgeschlossen. Ein Ueberblick über die der „Tenuva" angeschlossenen Siedlungen, wie wir ihn in der folgenden Tabelle V geben, zeigt, daß die auf dem Prinzip der Selbstarbeit stehenden Siedlungen, die in der Tabelle die Nummern 1 bis 4 tragen, und die Ausbildungs- und Forschungsinstitutionen unter Nummer 5 (alle Siedlungen der Nummern* 1 bis 5 sind Siedlungen der Jewish Agency) den bei weitem größten Teil der der „Tenuva" angeschlossenen Siedlungen ausmachen.