Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Boden- und Immigrationspolitik im Shaw-Bericht
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 263 (sequence 31)
- Language
- German
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zweiten Ranges. Was aber die moralische Seite der Angelegenheit 263 anbetrifft, die Sorge der Kommission um „den Charakter und die Qualifikationen der Immigranten", so wäre es gut zu wissen, daß die administrativen Vorschläge des Berichts nicht das Geringste damit zu tun haben. Es ist wahr, daß die Kommission sich bei ihrer Beurteilung der Qualität der jüdischen Einwanderer auf das Vorurteil Sir John Campbells berufen kann. Aber welche bittere Ironie zu glauben, daß ein Auni abd el Hadi oder einer der Nashashibis dazu berufen sein könnte, die kolonisatorische oder moralische Qualifikation des jüdischen Einwanderers zu überwachen! Glücklicherweise dürfen wir daran zweifeln, ob die administrativen Rezepte der Kommission wirklich notwendig sind. Mögen sich die Herren beruhigen. Die moralische und kolonisatorische Qualität der jüdischen Pionierjugend ist nicht so gefährdet. Sie ist so gut, wie sie ein heimatloses Volk nach Jahrhunderten sozialer Unterdrückung und politischer Entrechtung in der Anspannung seiner äußersten Kräfte zu einem letzten großen Versuch, sich die Freiheit und ein menschenwürdiges Dasein wieder zu erobern, geben kann. Das jüdische Volk gibt die beste Jugendkraft, die es besitzt. Es weiß, daß keine andere Hoffnung ist. Wenn irgend etwas auf dieser Pionierjugend lastet, wenn es manche in ihren Reihen gibt, die verbittert werden oder abstumpfen, so nur darum, weil sie an der Langsamkeit der Verwirklichung ihres Werks verkümmern, in der Enge der Verhältnisse ersticken. Aber gewiß hat die Shaw-Kommission nichts dazu getan, um dieser ringenden Jugend den Weg zu ebnen, ihr den Ausblick auf Frieden, Freiheit und Arbeit zu geben, um die sie kämpft. Die Aufgaben des Technikums in Haifa. Von Dipl. Ing. M. Hecker, Haifa. Angesichts der Sistierung der Schüler auf nähme im Zuge von Reformmaßnahmen am Technikum, haben wir uns an den Autor, der bei der Gründung der Anstalt hervorragend beteiligt war und durch Jahre ihr Direktor war, gewendet, seine Ansichten darzulegen. — Die Red. Die landwirtschaftliche Kolonisation — als eines der Hauptmittel zur Rückführung des jüdischen Volkes zu produktiver Betätigung — stand von jeher im Mittelpunkt der aktiven zionistischen Arbeit und absorbierte den weitaus größten Anteil ihrer Mittel. Man kam jedoch zu der allmählichen Erkenntnis, daß weder der